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Österreichs Bischöfe: Angriff auf die Ukraine ist „himmelschreiende Sünde“

Die Frühjahresvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz sieht es als gerechtfertigt, dass sich die Ukraine gegen den Angriff verteidigt. Weitere Themen waren der synodale Prozess und die Wichtigkeit der Familie.
Erzbischof Franz Lackner
Foto: Stephan Baier | Erzbischof Franz Lackner präsentierte in Wien die Ergebnisse der Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz.

„Die Beratungen waren überschattet vom Krieg“, merkte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, bei der abschließenden Pressekonferenz der Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz an. Diese tagte vom 14. bis 17. März in der Tiroler Marktgemeinde Matrei am Brenner.

Die Österreichische Bischofskonferenz stellt der Caritas Ukraine eine Million Euro für Hilfsprojekte zur Verfügung. Die Bischöfe halten fest, dass die Ukraine aus Sicht der kirchlichen Friedensethik das legitime Recht hat, sich gegen „diesen ungerechten Angriff“ zu verteidigen. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass sich „vor allem die Kirchen“ als Friedensstifter erweisen müssen. Gewaltlosigkeit sei aber eine „persönliche Entscheidung“, die man den Opfern der Aggression nicht verordnen könnte. Die Bischofskonferenz lobt die große Hilfsbereitschaft der Österreicher und der ukrainischen Nachbarländer. Auch der Besuch von Mitgliedern der österreichischen Regierung in der Wiener griechisch-katholischen Kirche St. Barbara, die gleichzeitig die Pfarrei der Ukrainisch-katholischen Kirche des byzantinischen Ritus ist, sei ein „starkes Zeichen der Solidarität“ gewesen. 

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Auf den Heiligen Geist hören

Ein weiteres Thema war der weltweite synodale Prozess, der Mitte Oktober von Papst Franziskus eröffnet wurde. Der synodale Weg sei, so der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, vor allem ein „geistlicher Prozess“, bei dem auf den Heiligen Geist gehört werden müsse. Der synodale Prozess sei ein „globales Unternehmen, bei dem Gott nicht ausgeschlossen wird“. Bis zum 10. April können in den österreichischen Diözesen Fragebögen ausgefüllt werden. Darüber hinaus werden Gesprächsrunden veranstaltet zu den Themen Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung. Die Ergebnisse, die sogenannte „diözesane Synthese“, wird an die Bischofskonferenz übermittelt und nach dem 10. April veröffentlicht werden. Die Ergebnisse sollen auf der Sommervollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz im Juni begutachtet und diskutiert werden. 

Eltern brauchen echte Wahlfreiheit

Von Wichtigkeit ist für die österreichischen Bischöfe das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr der Familie“. „In der aktuellen Krise, die der Krieg in der Mitte Europas ausgelöst hat, sind Familien wieder gefragt als kleinste, verlässliche Zellen unserer Gesellschaft“, heißt es in der Presseerklärung. Die Bischofskonferenz mahnt an, die „Elternrechte zu respektieren“. Zuallererst seien Eltern für ihre Kinder verantwortlich. Es sei ihr Recht, selbst zu entscheiden, ob und welche Außer-Haus-Betreuung in Anspruch genommen werde. Eltern sollten eine echte Wahlfreiheit haben, wie Familie und Arbeit verbinden wollen, „dass es dem Wohl der Kinder dient“.

In diesem Zusammenhang sprechen sich die Bischöfe dafür aus, dass der Sozialstaat weiter gestärkt werde. Durch die Pandemie und den Krieg seien die Menschen von Teuerungswellen belastet. Die Bischöfe fordern Anpassungen der Sozialleistungen an das neue Preisniveau. Besonders armutsgefährdet seien kinderreiche Familien, betonen sie.

Die Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz werden im Dezember 2022 ihren mehrfach verschobenen „Ad-limina-Besuch“ in Rom durchführen, wo sie mit dem Papst zusammentreffen, um die Situation de Kirche in Österreich zu beraten. Zum Schluss der Pressekonferenz rief der Vorsitzende der Bischofskonferenz dazu auf, um den Frieden zu beten. „Öffnen wir Herz und Hände für Menschen in Not. Das möchte ich Ihnen ans Herz legen“, sagte Erzbischof Franz Lackner. DT/esu 

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