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Kardinal Müller: „Wir haben keine zwei Päpste, es gibt nur einen“

Früherer Glaubenspräfekt bezeichnet Anrede „emeritierter Papst“ als Höflichkeitsform. In Wirklichkeit sei Benedikt XVI. ein emeritierter Bischof.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller in seinem Büro in Rom
Foto: Lena Klimkeit (dpa) | Kardinal Gerhard Ludwig Müller in seinem Büro in Rom. In einem Interview verteidigte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation die Wortmeldungen des emeritierten Papstes Benedikt XVI.

Der ehemalige Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat angesichts der Auseinandersetzung um das Buch von Kardinal Sarah, an dem Benedikt XVI. als Autor eines Beitrags mitgewirkt hat, den emeritierten Papst gegen Vorwürfe verteidigt, er mische sich in die Amtsführung von Papst Franziskus ein. Einen Sonderstatus als „emeritierter Papst“ lehnt Müller ab. 

„Wir haben keine zwei Päpste, es gibt nur einen Papst, Franziskus“, hob Müller gegenüber der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Dienstag hervor. Müller bezeichnete die Anrede als „Papst emeritus“ als eine Höflichkeitsform. In Wirklichkeit sei Benedikt XVI. ein emeritierter Bischof, erklärte der Kardinal.

Auch emeritierte Bischöfe haben am Lehramt der Kirche teil 

Müller wies Interpretationen zurück, wonach sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. durch seine Wortmeldungen, etwa in Briefen oder Artikeln in die Amtsführung von Papst Franziskus einmische. Müller betonte,  alle Bischöfe hätten am Lehramt der Kirche teil. Das gelte auch für emeritierte Bischöfe.  Alle Bischöfe besäßen eine gemeinsame Verantwortung für das katholische Glaubensgut, so der Kardinal.

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Benedikt und Franziskus gegeneinander auszuspielen, nannte der deutsche Kardinal in der Zeitung „Il Giornale“ (Dienstag) ein „antikirchliches Spiel“. Für Müller ist „absolut klar“, dass alle Kardinäle, Bischöfe und Katholiken an der Seite von Papst Franziskus stehen. Dass sich Benedikt als emeritiert Papst nicht in die aktuelle Leitung der Kirche einmischen wolle, bedeute nicht, dass er still bleiben müsse. Der Auftrag eines Bischofs dauere bis zu dessen Lebensende und Benedikt XVI. sei nicht tot. 

DT

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