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Gloria: "Alle, die in der Fastenzeit irgendwas überwinden, sind mir sympathisch"

Gloria von Thurn und Taxis erzählt im Gespräch mit der "Tagespost", worauf sie bis Ostern verzichet, welche Formen der Askese ihr besonders sympathisch sind und auf welches liturgische Highlight des Triduums sie sich freut.
Fürstin Gloria erzählt im Gespräch mit der "Tagespost", worauf sie bis Ostern verzichet
Foto: privat | "Sympathisch ist mir der Raucher, der es schafft, während dieser Zeit aufzuhören, oder die, die gerne Alkohol trinken und es schaffen, bis zum Sonntag aufs Gläschen Wein zu verzichten", meint Gloria von Thurn und Taxis.

Durchlaucht, zur Fastenzeit gehört traditionell der Verzicht: Worauf verzichten Sie bis Ostern

Es ist nicht so sehr der Verzicht, auch wenn natürlich Süßes und Köstlichkeiten während der Woche wegfallen, es ist vielmehr der Versuch die Dinge zu denen ich keine Lust habe, eben doch zu machen. Ob das ein Anruf ist, eine Zuwendung, oder auch etwas für jemanden anderen erledigen, es sind meist Kleinigkeiten, die mir wie kleine Hindernisse im Weg stehen.  Statt diesen aus dem Weg zu gehen, versuche  ich  diese bewusst zu überwinden. Oder auch ein erbauliches Buch zu lesen, welches schon so lange darauf wartet aufgeschlagen zu werden. Geistliche Lektüre kann auch geopfert werden.

"Vier Menschen aus meiner nächsten Umgebung,
die den heiligen Joseph besonders verehrten,
durften wirklich sanft entschlafen.
Das hat mich sehr beeindruckt"

Der März wird in der katholischen Kirche als Josefsmonat besonders gefeiert. Was verbinden Sie persönlich mit diesem Heiligen? 

Vor allem seine Geduld und seine Bescheidenheit und Zurückhaltung. Hier kann ich sehr viel von ihm lernen. Ich habe erst in den letzten Jahren ein bewussteres Verhältnis zu ihm aufgebaut, weil ich mich erinnerte, dass meine geliebte Tante ihn sehr verehrt und immer auf ihn aufmerksam gemacht hat. Vor allem für das Verhältnis innerhalb der Familie, damit keine Konflikte entstehen, ist er unverzichtbar. Und natürlich für die gute Sterbestunde. Vier Menschen aus meiner nächsten Umgebung, die den heiligen Joseph besonders verehrten, durften wirklich sanft entschlafen. Das hat mich sehr beeindruckt.

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Wer fastet, soll es sich nicht anmerken lassen. Welche Formen der Askese sind Ihnen besonders sympathisch? 

Sympathisch ist mir der Raucher, der es schafft, während dieser Zeit aufzuhören, oder die, die gerne Alkohol trinken und es schaffen, bis zum Sonntag aufs Gläschen Wein zu verzichten. Toll! Abmagerungskuren sind zwar gut und wichtig, aber während der Fastenzeit verzichtet man ja nicht aus ästhetisch, gesundheitlichen Gründen, sondern in erster Linie um dem Herren ein Verzichtsgeschenk zu machen. Aber irgendwie sind mir alle, die in der Fastenzeit irgendwas überwinden, sympathisch.

Das Ziel der Fastenzeit ist Ostern. Auf welches liturgische Highlight während des Triduums freuen Sie sich schon? 

Mir gefällt besonders, wenn am Gründonnerstag das Allerheiligste feierlich vom Haupt- zum Nebenaltar, umzieht. Die Petrusbruderschaft hat die Genehmigung, diesen Ritus nach dem alten Messbuch zu vollziehen. Dieses heilige Spektakel kann man in Rom in der Kirche Trinità dei Pellegrini wie in einer Zeitreise erleben. Der Nebenaltar ist mit wertvollem Stoff ausgeschlagen, übersät mit schmalen langen Kerzen geschmückt, mittig der schwere goldene Sarkophag in den das Allerheiligste abgelegt wird. Über diesem wird während der Prozession ein wunderschöner Brokatschirm gespannt, der sicher aus dem achtzehnten Jahrhundert stammt und von einem Ministranten getragen wird. Langsam und bedächtig bewegt sich der liturgische Tross durch die ganze Kirche.

Mit schweren langen Gewändern, die aussehen, wie  aus einer weit vor uns liegenden Zeit, bewegt sich die Prozession vom Haupt- zum Nebenaltar, der sich gleich neben dem Eingang der Kirche befindet. Es kommen Menschen aus der ganzen Welt, um dort die heiligen Tage neben der dort ansässigen Gemeinde zu erleben. Eine so volle Kirche, mit dicht and dicht stehenden Menschen, habe ich noch nirgends gesehen. Wenn man es schafft, dort einen Sitzplatz zu ergattern, ist das besser wie jede noch so aufwendige Operninszenierung. 

Lesen Sie einen Beitrag von Gloriavon Thurn und Taxis in der Serie "Mein Klassiker" in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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