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Glaubenskongregation: Corona-Impfstoffe "moralisch akzeptabel"

Auch wenn Imfpstoffe gegen Covid-19 unter Verwendung der Zellen von abgetriebenen Föten hergestellt wurden, können sie unter bestimmten Voraussetzungen vertretbar sein, meint die vatikanische Glaubenskongregation in einer lehramtlichen Note.
Corona-Impfstoff
Foto: Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Die lehramtliche Stellungnahme trägt den Titel „Note über die Moralität des Gebrauchs einiger Anti-COVID-19-Impfstoffe“. Papst Franziskus hatte sie am 17. Dezember gebilligt und ihre Veröffentlichung angeordnet.

Die Verwendung von Impfstoffen, die eine durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöste COVID-19-Erkrankung verhindern sollen, ist nach Ansicht der vatikanischen Glaubenskongregation unter bestimmten Voraussetzungen auch dann „moralisch akzeptabel“, wenn diese unter Verwendung von Zellen hergestellt wurden, die aus dem Gewebe abgetriebener Kinder gezüchtet wurden. Dies gelte allerdings nur, wenn keine anderen, ethisch unbedenklichen Impfstoffe vor Ort zur Verfügung stünden oder die Gesundheitsbehörden den Bürgern nicht erlaubten, zwischen Impfstoffen zu wählen, mit denen sie geimpft werden sollen.

Zwar gebe es eine „moralische Pflicht“, auch eine „passive materielle Kooperation“ mit dem Bösen „zu vermeiden“. Diese existiere jedoch nicht, „wenn eine schwerwiegende Gefahr besteht wie etwa die ansonsten nicht eindämmbare Ausbreitung eines schwerwiegenden Krankheitserregers“ wie des SARS-CoV-2-Virus, heißt es einer vom Präfekten, Luis Kardinal Ladaria, und dem Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Giacomo Morandi, unterzeichneten und heute in Rom veröffentlichten Note.

Keine Legitimation von Abtreibungen

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Die lehramtliche Stellungnahme trägt den Titel „Note über die Moralität des Gebrauchs einiger Anti-COVID-19-Impfstoffe“. Papst Franziskus hatte sie am 17. Dezember gebilligt und ihre Veröffentlichung angeordnet. Wie es in der Note ausdrücklich heißt, beabsichtige Glaubenskongregation mit der Note nicht, „die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Impfstoffe zu beurteilen“, obwohl dies „ethisch relevant und notwendig“ sei. Eine solche Bewertung liege jedoch in der Verantwortung der damit befassten Wissenschaftler und Zulassungsbehörden. Ziel der Note sei es lediglich, die moralischen Aspekte zu berücksichtigen, die sich aus der Verwendung von COVID-19-Impfstoffen ergäben, die aus Zell-Linien entwickelt wurde, die aus den Geweben von zwei Feten stammen, die abgetrieben wurden.

Die moralisch legitime Verwendung solcher Impfstoffe, so die Glaubenskongregation weiter, bedeute jedoch keine direkte oder auch nur indirekte Legitimation von Abtreibungen. Vielmehr seien sowohl „pharmazeutische Unternehmen wie auch staatliche Gesundheitsbehörden aufgefordert, ethisch vertretbare Impfstoffe zu produzieren, zuzulassen, zu vertreiben und anzubieten“. Auch gelte es, „weder bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens noch bei den Geimpften selbst Gewissenszweifel“ hervorzurufen.

Es gibt keine moralische Pflicht zur Impfung

Im Übrigen gebe es, so die Glaubenskongregation weiter, „in der Regel“ auch „keine moralische Pflicht zur Impfung“. Allerdings hänge die ethische Bewertung des Impfens „nicht nur von der Pflicht ab, die eigene Gesundheit zu schützen, sondern auch von der Pflicht, dem Gemeinwohl zu dienen“. Wer aus persönlichen Gewissensgründen eine Impfung ablehnt, „sollte sich bemühen, durch andere prophylaktische Mittel und entsprechendes Verhalten zu vermeiden“, dass er Erreger übertrage.

Pharmaunternehmen, Regierungen und internationalen Organisationen hätten die moralische Pflicht, Impfstoffe den ärmsten Ländern kostenlos zugänglich zu machen. Andernfalls werde der mangelnde Zugang zu Impfstoffen zu einem weiteren Grund für Diskriminierung und Ungerechtigkeit.

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Stefan Rehder Corona Pandemie Gesundheitssystem Impfungen Papst Franziskus Vatikanstadt

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