Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Wallfahrt

Gebet und Appell der polnischen Bischöfe in Jasna Góra

Steigende Pilgerzahlen in Częstochowa (Tschenstochau): 29.000 Menschen pilgern zur Schwarzen Madonna.
Bischöfe in Jasna Góra
Foto: BP KEP | Der Vorsitzende der Polnischen Bischöfe, Erzbischof Tadeusz Wojda SAC mit Primas Erzbischof Wojciech Polak am Montagabend.

Am Hochfest der Heiligen Jungfrau Maria von Częstochowa, einem der bedeutendsten Festtage in Polen, versammelten sich die polnischen Bischöfe zu einem bewegenden Abendgebet im Heiligtum von Jasna Góra. Inmitten von über 29.000 Pilgern hielt der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Tadeusz Wojda SAC, eine eindringliche Meditation, in der er um Kraft und Mut im Glauben bat.

Lesen Sie auch:

„Mit Deiner Hilfe wollen wir überwinden. Gib uns Kraft und Mut, unseren Glauben zu bekennen,“ so richtete sich Erzbischof Wojda an die Gottesmutter Maria. Er betonte die spirituelle Bedeutung des Ortes und die Möglichkeit, in Jasna Góra das eigene Leben zu verwandeln, selbst angesichts von Schwächen, Schwierigkeiten und Ängsten.
Erzbischof Wojda äußerte in seiner Ansprache auch seine Sorgen über die gegenwärtige Lage in Polen.

Demoralisierung der jungen Generation

Er sprach von gesellschaftlichen Spannungen, dem Versuch, eine „Kultur des Todes“ durchzusetzen, und der wachsenden Bedrohung der Glaubensfreiheit. Er erinnerte dabei an die Worte des Heiligen Johannes Paul II., der betonte, dass eine Gesellschaft nur in einem Klima der Religionsfreiheit wahrhaft menschlich gestaltet werden könne.

Częstochowa
Foto: BP KEP | Über 29.000 Pilger sind seit Tagen in Częstochowa,

In diesem Kontext warnte der Erzbischof vor der Demoralisierung der jungen Generation, der Verbreitung von Pornographie und den Versuchen, religiöse Symbole aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Besonders kritisierte er die Maßnahmen der polnischen Regierung, den Religionsunterricht in Schulen einzuschränken, und die Zerstörung geistlicher Autoritäten.

Trotz dieser Sorgen vertraute Erzbischof Wojda seine Anliegen Maria an und betonte den Glauben an die Kraft des Gebets. „Wir kommen nicht zu dir, um uns zu beklagen, sondern um mit deiner Hilfe gegenzusteuern,“ sagte er. Er appellierte an die Pilger und Bischöfe, den Worten Marias aus der biblischen Hochzeit zu Kana zu folgen: „Tut alles, was Er euch sagt.“ Damit rief er dazu auf, Christus nachzufolgen, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ sei.

Schwarze Madonna von Częstochowa
Foto: BP KEP | Die schwarze Madonna von Częstochowa: Symbol nationaler Identität.

Zum Abschluss seiner Betrachtungen bat der Erzbischof die Gottesmutter um „eine starke Hoffnung und einen lebendigen Glauben“, damit sie alle auf dem Weg Jesu Christi führen möge.

Abendgebet mit Würdenträgern

Am Abendgebet nahmen zahlreiche hochrangige kirchliche Würdenträger teil, darunter der Primas von Polen, Erzbischof Wojciech Polak, der Metropolit von Częstochowa, Erzbischof Wacław Depo, und der Metropolit von Poznań, Erzbischof Stanisław Gądecki. Auch eine Delegation der Tagespost Stiftung für katholische Publizistik war anwesend.
Die Vollversammlung der polnischen Bischöfe, die bis Mittwoch in Częstochowa stattfindet, steht damit im Zeichen des gemeinsamen Gebets und der Besinnung auf die Herausforderungen, denen sich die Kirche in Polen derzeit gegenübersieht. DT/KEP

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Hochfeste Jesus Christus Johannes Paul II. Mutter Jesu Maria

Weitere Artikel

Das Hochfest der Gottesmutter als Widerspruch gegen die Kultur der Autonomie: Warum die Kirche das neue Jahr mit einer Mutter beginnt – und nicht mit Vorsätzen.
01.01.2026, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Gott tröstet sein Volk – das sind auch wir! Gottes tröstliche Nähe verdeutlicht Jesus mit dem Bildwort vom Hirten, der alle Schäfe zurücklässt, um eines zu suchen.
09.12.2025, 00 Uhr
Redaktion
Heute ist das Hochfest Mariä Unbefleckte Empfängnis. Über ein unverstandenes Marienfest.
08.12.2025, 00 Uhr
Redaktion

Kirche

Nur eine geeinte Kirche kann ein „Licht“ für die Völker sein. Auf der Suche nach der verlorenen Einheit hat der Papst mit den Kardinälen angefangen. Und vor den Diplomaten spricht er Tacheles.
09.01.2026, 11 Uhr
Guido Horst
Bei der letzten Sitzung der Synodalversammlung in Stuttgart geht es um Bilanz, Reformperspektiven und den Übergang zur Synodalkonferenz. Ob Rom dem Gremium zustimmen wird, ist weiterhin offen.
09.01.2026, 14 Uhr
Meldung
Die Kardinalsversammlung in Rom ist ohne Ergebnisse oder neue Ideen zu Ende gegangen. Dem Papst ging es darum, das Band der Einheit zu stärken. Aber viele fehlten.
09.01.2026, 10 Uhr
Guido Horst
Mirko Cavar, früher Freikirchler, heute Katholik, lobt die Ökumene bei der MEHR-Konferenz. Er meint, die einzelnen Konfessionen könnten viel voneinander lernen.
08.01.2026, 13 Uhr
Elisabeth Hüffer
Der US-Bischof kritisiert den deutschen Sonderweg und plädiert für eine Synodalität, welche auf pastorale Praxis statt dauerhafte Grundsatzdiskussionen setzt.
09.01.2026, 10 Uhr
Meldung