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Bischöfe müssen Konsequenzen tragen

Beim sexuellen Missbrauch hat das System hat versagt. Werner Münch fordert auch von Bischöfen die Bereitschaft zum Rücktritt. Bislang fehlt die Ehrlichkeit der Aufklärung.
Werner Münch, Mitglied im Kuratorium Deutscher Katholiken

Spätestens seit der Aufdeckung der Missetaten des amerikanischen Kardinals Theodore McCarrick wächst in Kirchenkreisen die Erkenntnis, wie lange Bischöfe und kirchliche Mitarbeiter schweigen können, weil sexuelles Fehlverhalten als „Ausrutscher“ bewertet wurde.

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Das System hat versagt

Nach Auffassung von Werner Münch, Mitglied im Kuratorium Deutscher Katholiken, hat das „System“  Kirche in diesem Punkt versagt – und das nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Allein der Verweis auf die „Sünde des Systems“ oder die „Sünde des Klerikalismus“ bleibe inakzeptabel, so lange man nicht nach dem „mea culpa“ frage. Nach Münchs Auffassung ist eine ehrliche Aufklärung mehrfach, wenn überhaupt, nur widerwillig betrieben, verzögert oder vertuscht worden. Selbst die finanzielle Anerkennungsleistung für die Opfer von sexuellem Missbrauch mit dem Höchstsatz von fünfzigtausend Euro bezeichnet der vormalige Ministerpräsident als „blamabel“.

Bereit sein zum Rücktritt

Aus Sicht Münchs bieten Bischöfe heute eine weitere Angriffsfläche, die sich aus ihrem oft nur unzureichend wahrgenommenen Auftrag zur Vermittlung von Glaubenswahrheiten ergibt. Auch Bischöfe müssten bereit sein, zurückzutreten. „Das wäre ein Beweis für Übernahme von persönlicher Verantwortung in einer Krise, vorbildliches Verhalten und damit ein herausragendes Zeichen der Glaubwürdigkeit an die Adresse der Gläubigen. Vielleicht können die Bischöfe ja einmal über diese Frage ernsthaft nachdenken und selbst einen Katalog entwerfen mit berechtigten Gründen für ein mögliches Rücktrittsangebot.“ DT/reg

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