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Bartholomaios kritisiert Moskaus „Theologie des Krieges“

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel lehnt eine Überprüfung der ukrainischen Autokephalie ab.
Patriarch Bartholomaios kritisiert Moskaus „Theologie der Krieger"
Foto: Mykola Lazarenko (Presidential Press Service/AP) | Patriarch Bartholomaios stellte in Istanbul in Anwesenheit des Oberhaupts der autokephalen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“, Metropolit Epifanij, klar, dass es zu keiner Überprüfung der kanonischen und ...

Scharfe Kritik am Moskauer Patriarchat und seiner „Theologie des Krieges“ hat das Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxie, Patriarch Bartholomaios, geübt. In einer Rede zum Beginn des neuen orthodoxen Kirchenjahres beklagte der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, dass seine Bemühungen um Einheit und Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren „durch eine neue Ekklesiologie, die aus dem Norden kommt, und eine neue Theologie, die Theologie des Krieges, zunichte gemacht“ wurden.

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Wörtlich sagte Bartholomaios: „Es ist diese Theologie, die die Schwesterkirche in Russland zu lehren begann, um einen ungerechtfertigten, unheiligen, nicht provozierten, teuflischen Krieg gegen ein souveränes und unabhängiges Land, die Ukraine, zu rechtfertigen.“ Der Patriarch sprach im Zusammenhang mit dem Krieg von einer „Tragödie“, die „natürlich auch Auswirkungen auf die Beziehungen der jeweiligen orthodoxen Schwesterkirchen“ habe.

Tatsächlich hatte die russische Orthodoxie die Eucharistie-Gemeinschaft mit den orthodoxen Patriarchaten von Konstantinopel und Alexandria, wie auch mit den orthodoxen Kirchen von Zypern und Griechenland einseitig aufgekündigt. Das sei „inakzeptabel und unerklärlich“, so Bartholomaios. „Wir können die göttliche Eucharistie nicht als Werkzeug benutzen, um uns gegenseitig unter Druck zu setzen und die anderen Kirchen zu zwingen, mit dieser neuen Ekklesiologie Schritt zu halten.“

Konstantinopel beharrt auf seinen Rechten

Patriarch Bartholomaios stellte in Istanbul in Anwesenheit des Oberhaupts der autokephalen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“, Metropolit Epifanij, klar, dass es zu keiner Überprüfung der kanonischen und jurisdiktionellen Unabhängigkeit der Ukrainer kommen werde: „Wir werden von verschiedenen Schwesterkirchen des Ökumenischen Patriarchats provoziert und eingeladen, erneut eine Panorthodoxe Konferenz oder eine Zusammenkunft der orthodoxen Primaten einzuberufen, um uns mit der ukrainischen Kirchenfrage zu befassen.“ Das aber lehne das Ökumenische Patriarchat ab, „weil die Gewährung der Autokephalie an die Kirche der Ukraine mit ihren 44 Millionen Gläubigen im Rahmen der Rechte und Pflichten des Ökumenischen Patriarchats lag“.

Abgesehen von den alten Patriarchaten des Ostens hätten alle neueren orthodoxen Kirchen, beginnend mit der russischen Kirche selbst, ihre Autokephalie von Konstantinopel erhalten. „Warum sollte die Ukraine sie nicht auch bekommen?“, so Patriarch Bartholomaios. „Wir werden weder einen Panorthodoxen Rat noch eine Synaxis der Primaten einberufen, weil wir nicht die Absicht haben, die Entscheidungen und Initiativen des Ökumenischen Patriarchats dem Urteil einer neuen Ekklesiologie zu unterwerfen.“  DT/sba

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