Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung ISTANBUL

Bartholomaios kritisiert Moskau

Das Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxie missbilligt das Agieren des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill im Krieg Russlands gegen die Ukraine.
Patriarch Bartholomaios I.
Foto: Stephanie Pilick (dpa) | Der griechisch-orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. kommt am 14.05.2014 im Schloss Bellevue in Berlin an. Der Bundespräsident empfing Bartholomaios zu Gesprächen. Foto: Stephanie Pilick/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Als Tragödie und als eine „Schande, die diejenigen für immer stigmatisieren wird, die ihn verursacht haben, diejenigen die bewiesen haben, dass sie keine Gottesfurcht haben“, bezeichnet das Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxie, Patriarch Bartholomaios, den Krieg in der Ukraine. Für das ukrainische Volk scheine die Karwoche noch immer nicht vorbei zu sein, so der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel in einem Interview mit der zypriotischen Zeitung „Kathimerini Kyprou“.

Lesen Sie auch:

Keine Lösung

Krieg sei weder eine Lösung noch der letzte Ausweg, vielmehr solle der Weg zur Beilegung von Streitigkeiten der Dialog sein, betont Bartholomaios. Er sei überzeugt, „dass das russische Volk, zumindest unsere christlich-orthodoxen Brüder, dem nicht zustimmen können, was zum Schaden seines benachbarten ukrainischen Volkes geschieht“.

Zur Haltung des Moskauer Patriarchats befragt, sagte der Ökumenische Patriarch in dem Interview, man könne nicht darauf bestehen, jemandes Bruder zu sein, aber den Krieg segnen, den der eigene Staat hier führt. „Sie können nicht darauf bestehen, dass die Ukraine ihnen kirchlich gehört, aber zulassen, dass die Gläubigen ihrer kirchlichen Struktur unter Moskau getötet und ihre Kirchen durch die russische Bombardierung zerstört werden. Es sei denn, sie hoffen darauf, dass die militärische Intervention ihre kirchlichen Ansprüche befriedigt.“ DT/sba

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Internationalität und Globalität Russlands Krieg gegen die Ukraine Orthodoxe Kirche Religiöse und spirituelle Oberhäupter

Weitere Artikel

Wie ist es, mit einem Menschen befreundet zu sein, der in entscheidenden Dingen ganz anders denkt als man selbst? Nächstenliebe muss sich im Konflikt bewähren. 
08.08.2026, 11 Uhr
Birgit Kelle
Antipasti, Spaghetti und ein paar hitzige Worte zur jüngsten Enzyklika und dem „gerechten Krieg“.
06.06.2026, 05 Uhr
Mario Monte
Für Leo XIV. leiden vor allem junge Menschen an Konflikten, die von anderen verursacht werden. Wir veröffentlichen eine Reihe seiner deutlichsten Appelle.
25.12.2025, 14 Uhr
Redaktion

Kirche

Ein ehemaliger Schüler der Ordensschule Notre-Dame de Bétharram behauptet, von Bischof Pierre-Marie Théas sexuell missbraucht worden zu sein. Zu Ermittlungen wird es wohl nicht kommen.
21.09.2026, 06 Uhr
Meldung
Nachdem die Szene im Internet als eucharistisches Wunder gedeutet wurde, stellt Pfarrer Brent Bowman klar: Er habe eine „persönliche geistliche Erfahrung“ gemacht.
18.09.2026, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Gleicher Lohn für ungleiche Arbeit, davon spricht das Gleichnis vom Weinberg. Denn Gottes Barmherzigkeit funktioniert anders als menschliche Gerechtigkeit.
19.09.2026, 21 Uhr
Margarete Strauss
Trump beruft Bischof Barron in die Kommission für internationale Religionsfreiheit. Das lässt hoffen, dass er die oft so befremdlich agierende US-Regierung mit Augenmaß zum Nachdenken anregt.
18.09.2026, 11 Uhr
Regina Einig