US-Kirche

Aquila: „Jesus hat seine Lehre niemals verwässert“

Erzbischof Samuel Aquila übt Kritik an der Forderung des US-Kardinals Robert McElroy von „radikaler Inklusion“ in der Kirche.
Der Erzbischof von Denver, Samuel J. Aquila
Foto: Wikicommons/Aleteia Image Department | Der Erzbischof von Denver, Samuel J. Aquila, bittet den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz eindringlich, sich mit den Bedenken der US-Amtsbrüder ernsthaft auseinanderzusetzen.

Der Erzbischof von Denver, Samuel Aquila, hat in einem Artikel des amerikanischen Nachrichtenportals „The Catholic World Report“ die Forderung von Kardinal McElroy, Mitglieder der LGBTQ-Community und wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zuzulassen, kritisiert. Es sei richtig, dass die Eucharistie nicht nur für perfekte Menschen gedacht sei und eine geistliche Nahrung darstelle. Doch gleichzeitig bezeichne der Empfang der Eucharistie die Teilhabe an der Gemeinschaft und Einheit mit allen, die sich im Stand der Gnade befinden. Jemanden von der Kommunion auszuschließen, sei keine Strafe. Vielmehr bedeute es, die Situation der Person anzuerkennen und ihre „unsterbliche Seele zu etwas Größerem zu rufen“.  

Ausschluss von Kommunion sei keine Strafe

Die Forderung des Kardinals sei für Aquila eine Mahnung, dass die Kirche lernen muss, die Freude des Evangeliums besser zu verkünden. Diese Freude liege in der Abkehr von der Sünde und der Nachfolge Christi. Jesus habe seine Lehre niemals verwässert. Auch habe er nicht an das Gewissen der Menschen appelliert, sondern die Wahrheit bezeugt. Der Ruf Jesu sei radikal und werde deshalb nicht von jedem angenommen. „Manchen Bischöfen und Kardinälen gelingt es leider nicht, die Radikalität des Evangeliums zu predigen und verstellen den Blick auf die wahre, ewige Liebe des Vaters für den Sünder“, so Aquila.

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Laut Aquila blieben auch die Kirchenbänke jener christlichen Gemeinden leer, die sich der „Inklusion“ verschrieben hätten: „Wir müssen uns ehrlich fragen, ob nicht der wahre Grund dafür, dass unsere Kirchbänke leer sind, darin liegt, dass wir uns vom Weinstock getrennt haben.“ Die Kirche lade aus Aquilas Sicht jeden Menschen in allen Kulturen in jeder Situation in ihre Gemeinschaft ein. Das bedeute aber auch eine Einladung zur Umkehr und die Annahme der Identität als Sohn oder Tochter Gottes: „Durch die Umkehr entdeckt jeder Jünger, dass sie oder er selbst nicht Gott ist“, so Aquila. Die Kirche brauche Mut und Liebe, um Menschen deutlich dazu einzuladen, von ihrer Sünde abzulassen: „Was Jesus anbietet, ist besser als das, was die Welt dem Sünder bietet. Seine Gnade und Macht können jeden von der Sklaverei der Sünde befreien.“

Keine Inklusion ohne Umkehr

Auch Bischof Robert Barron, Gründer des katholischen Medienapostolats „Word on Fire“, hatte Ende Januar die Begriffe „Inklusivität“ und „Willkommen“ im Rahmen des synodalen Prozesses kritisiert. Die Worte seien unklar definiert. Der Anspruch dürfe nicht sein, dass eine Kirche mit diesen Qualitäten ihre eigene Identität und Logik aufgeben müsse, um jedem entgegenzukommen. Auch Barron verwies darauf, dass die die Inklusivität Jesu „eindeutig und wiederholt“ mit seinen Aufrufen zur Umkehr begleitet war.

Kardinal McElroy hatte in einem am 24. Januar in einem im jesuitischen „America“-Magazin erschienenen Artikel für die Zulassung zur Kommunion von Mitgliedern der LGBTQ-Community und wiederverheiratete Geschiedene plädiert. Dies hatte er unter den Begriff „radikale Inklusion“ gefasst. DT/sdu

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