Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Rom

Über eine Million Fernsehzuschauer bei „Urbi et Orbi“

Quotenbringer Vatikan: Zahlreiche Sender berichteten mit eigenen Übertragungen und Berichterstattungen zu Passion und Osterfest 2026.
Papst Leo beim Kreuzweg
Foto: Thomas Böckenförde | Sportliche Herausforderung: Papst Leo XIV. trug am Karfreitag das Kreuz den ganzen Weg bis ins Kolosseum selbst.

Papst Leo XIV. bewegt die Menschen: Die mit Spannung erwarteten Worte von der Benediktionsloggia des Petersdoms und den Segen „Urbi et Orbi“ verfolgten live allein über eine Million Zuschauer im Programm des Deutschen Fernsehens.
Damit gehörte die Übertragung vom Petersplatz zu den meistgesehenen Sendungen des Ostertages.

Lesen Sie auch:

In ungewöhnlich ausführlicher Begleitberichterstattung in den TV-Nachrichtenprogrammen auf allen Kanälen wurden der Segen und die Papstworte in deutscher Sprache in Bewegtbildern gezeigt. Kumuliert kann man davon ausgehen, dass kaum jemand, der das Tagesgeschehen an Ostern online, im Radio oder im Fernsehen verfolgte, den Papst verpasst haben könnte. „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!“, sagte Leo in seiner Osteransprache.

Frieden wird laut dem Papst nicht mit Gewalt erzwungen, sondern durch Dialog geschaffen. Gleichzeitig kritisierte der Papst eine immer ausgeprägtere „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ und zitierte damit seinen Vorgänger Papst Franziskus, der am Ostermontag vergangenen Jahres verstarb. Für den kommenden Samstag rief Leo zu einem gemeinsamen Friedensgebet auf. Zehntausende Menschen verfolgten die Feierlichkeiten auf dem Petersplatz.

Das gesteigerte Interesse der Gläubigen an Kirche in den Medien spiegeln auch andere Ereignisse wider. Das Bayerische Fernsehen übertrug eine Feier der Osternacht aus dem Dom in Ingolstadt und erzielte damit ebenfalls überdurchschnittliche Einschaltquoten.

K-TV ließ Gläubige online an der Papstmesse in der Osternacht teilhaben. In seiner Predigt hatte der Papst die Auferstehungsgeschichte aus dem Matthäusevangelium vor allem auf den einzelnen Menschen bezogen. Das leere Grab Jesu am Ostermorgen, der weggerollte Grabstein, seien Zeichen in viele Richtungen:

„Schwestern und Brüder, auch in unserer Zeit fehlt es nicht an Gräbern, die geöffnet werden müssen, und oft sind die Steine, die sie verschließen, so schwer und gut bewacht, dass es unmöglich erscheint, sie zu bewegen. Manche bedrücken den Menschen im Herzen, wie etwa Misstrauen, Angst, Egoismus, Groll; andere zerbrechen als Folge dieser inneren Belastungen die Bande zwischen uns, wie etwa der Krieg, die Ungerechtigkeit, die Abschottung von Völkern und Nationen.

Davon solle man sich aber nicht lähmen lassen, sagt der Papst. Viele Menschen hätten im Laufe der Jahrhunderte, manchmal unter Einsatz ihres Lebens, mit Gottes Hilfe diese Steine weggerollt – also Gutes vollbracht. ‚Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen und machen wir uns in dieser heiligen Nacht ihr Engagement zu eigen, damit überall und immer auf der Welt die österlichen Gaben der Eintracht und des Friedens wachsen und gedeihen‘, so der Papst.

Bereits die Bilder vom Karfreitags-Kreuzweg mit dem Papst im römischen Kolosseum hatten ein weltweites Publikum erreicht. Thomas Böckenförde war als Korrespondent für die Tagespost dabei und berichtet: „Das Interesse an Presseakkreditierungen aus aller Welt war diesmal riesig. Die Presstribüne für Bewegtbild-Kameraleute, Fotografen und schreibende Journalisten war bis auf den letzten Platz besetzt!“ Stationen aus über 50 Ländern waren vor Ort dabei, Hunderttausende Zuschauer verfolgten im deutschsprachigen Raum die Bilder des Vatikans von den Passionsfeierlichkeiten, als der Papst selbst das Kreuz trug. (hecb)

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Friedensgebete Jesus Christus K-TV Leo XIV. Ostermontag Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Unter Leo XIV. ist von den Finanznöten des Vatikans nicht mehr die Rede – Stattdessen zahlen auch Staaten, von denen man es nicht erwartet hätte.
29.11.2025, 13 Uhr
Giulio Nova

Kirche

Das erste Triduum mit Leo XIV. stand im Zeichen der Leiden dieser Welt, mündete aber in die Osterfreude über den Weg Gottes mit seinem Volk.
06.04.2026, 16 Uhr
Guido Horst
Hoffnung trotz Evakuierungsbefehl: Mitten in der Kampfzone nahe der israelischen Grenze feiern Tausende libanesische Christen ein sorgenvolles Osterfest.
06.04.2026, 12 Uhr
Laura Hülsemann
Papst Leo XIV. beruft Anthony Randazzo nach Rom. Der Australier soll das Dikasterium für die Gesetzestexte führen und Reformdebatten begleiten.
03.04.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Vor 500 Jahren legten die Theologen der Schule von Salamanca die Grundlagen des Völkerrechts und der freien Marktwirtschaft.
06.04.2026, 09 Uhr
Guiseppe Franco