Papst Leo XIV. bewegt die Menschen: Die mit Spannung erwarteten Worte von der Benediktionsloggia des Petersdoms und den Segen „Urbi et Orbi“ verfolgten live allein über eine Million Zuschauer im Programm des Deutschen Fernsehens.
Damit gehörte die Übertragung vom Petersplatz zu den meistgesehenen Sendungen des Ostertages.
In ungewöhnlich ausführlicher Begleitberichterstattung in den TV-Nachrichtenprogrammen auf allen Kanälen wurden der Segen und die Papstworte in deutscher Sprache in Bewegtbildern gezeigt. Kumuliert kann man davon ausgehen, dass kaum jemand, der das Tagesgeschehen an Ostern online, im Radio oder im Fernsehen verfolgte, den Papst verpasst haben könnte. „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!“, sagte Leo in seiner Osteransprache.
Frieden wird laut dem Papst nicht mit Gewalt erzwungen, sondern durch Dialog geschaffen. Gleichzeitig kritisierte der Papst eine immer ausgeprägtere „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ und zitierte damit seinen Vorgänger Papst Franziskus, der am Ostermontag vergangenen Jahres verstarb. Für den kommenden Samstag rief Leo zu einem gemeinsamen Friedensgebet auf. Zehntausende Menschen verfolgten die Feierlichkeiten auf dem Petersplatz.
Das gesteigerte Interesse der Gläubigen an Kirche in den Medien spiegeln auch andere Ereignisse wider. Das Bayerische Fernsehen übertrug eine Feier der Osternacht aus dem Dom in Ingolstadt und erzielte damit ebenfalls überdurchschnittliche Einschaltquoten.
K-TV ließ Gläubige online an der Papstmesse in der Osternacht teilhaben. In seiner Predigt hatte der Papst die Auferstehungsgeschichte aus dem Matthäusevangelium vor allem auf den einzelnen Menschen bezogen. Das leere Grab Jesu am Ostermorgen, der weggerollte Grabstein, seien Zeichen in viele Richtungen:
„Schwestern und Brüder, auch in unserer Zeit fehlt es nicht an Gräbern, die geöffnet werden müssen, und oft sind die Steine, die sie verschließen, so schwer und gut bewacht, dass es unmöglich erscheint, sie zu bewegen. Manche bedrücken den Menschen im Herzen, wie etwa Misstrauen, Angst, Egoismus, Groll; andere zerbrechen als Folge dieser inneren Belastungen die Bande zwischen uns, wie etwa der Krieg, die Ungerechtigkeit, die Abschottung von Völkern und Nationen.
Davon solle man sich aber nicht lähmen lassen, sagt der Papst. Viele Menschen hätten im Laufe der Jahrhunderte, manchmal unter Einsatz ihres Lebens, mit Gottes Hilfe diese Steine weggerollt – also Gutes vollbracht. ‚Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen und machen wir uns in dieser heiligen Nacht ihr Engagement zu eigen, damit überall und immer auf der Welt die österlichen Gaben der Eintracht und des Friedens wachsen und gedeihen‘, so der Papst.
Bereits die Bilder vom Karfreitags-Kreuzweg mit dem Papst im römischen Kolosseum hatten ein weltweites Publikum erreicht. Thomas Böckenförde war als Korrespondent für die Tagespost dabei und berichtet: „Das Interesse an Presseakkreditierungen aus aller Welt war diesmal riesig. Die Presstribüne für Bewegtbild-Kameraleute, Fotografen und schreibende Journalisten war bis auf den letzten Platz besetzt!“ Stationen aus über 50 Ländern waren vor Ort dabei, Hunderttausende Zuschauer verfolgten im deutschsprachigen Raum die Bilder des Vatikans von den Passionsfeierlichkeiten, als der Papst selbst das Kreuz trug. (hecb)
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