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Ostern – Fest des Lebens, an dem Christen sterben

Auch an den Osterfeiertagen gab es Angriffe auf Christen in Nigeria. ihre größte Hoffnung ist der, der den Tod besiegt hat.
Mitglieder der "celestial church" in Nigeria
Foto: IMAGO/Taiwo Arifayan (www.imago-images.de) | Bedroht, doch hoffnungsvoll: nigerianische Christen.

Gerade haben wir Ostern gefeiert – das Fest der Auferstehung Christi, der endgültige Sieg Jesu über den Tod. In kaum einem Land liegen christliche Festtage und der Tod so dicht beieinander wie in Nigeria. Innerhalb eines Jahres wurden dort zuletzt 3.490 Christen wegen ihres Glaubens getötet. Feste wie Weihnachten und Ostern dienen immer wieder als Anlass für Angriffe auf Kirchen und Versammlungen von Christen.

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Auch in diesem Jahr war das nicht anders. Bereits eine Woche vor Ostern, am Palmsonntag, begann die Gewalt: Bislang unbekannte Angreifer schossen in einem christlichen Viertel der Stadt Jos auf einer belebten Straße wahllos in die Menge. 27 Menschen kamen dabei ums Leben. Eine Anwohnerin berichtete, dass ihr Nachbar bei seiner Rückkehr vom Abendgottesdienst getötet wurde. Am Ostersonntag wurden zwei Gottesdienste in der Ortschaft Ariko überfallen; zwischen fünf und sieben Gottesdienstbesucher starben, etliche wurden entführt. Am selben Tag verübten mutmaßlich extremistische Fulani koordinierte Angriffe auf zwei christliche Siedlungen im Bundesstaat Benue (Mbalom und Mbasombo). Dort starben 26 Menschen am Tag der Auferstehung Christi. Und auch am Ostermontag ging die Gewalt weiter: Örtliche Kontakte von Open Doors berichteten von zwei Ermordeten bei einem Überfall militanter Fulani auf eine Siedlung.

Als christliches Hilfswerk steht Open Doors seit vielen Jahren an der Seite der Christen in Nigeria. Ich selbst und viele unserer Mitarbeiter haben durch Besuche vor Ort einen unmittelbaren Bezug zu diesen Glaubensgeschwistern, kennen einige persönlich. Sie sind unsere geistliche Familie. Doch während wir wieder ins sichere Deutschland zurückgekehrt sind, leben sie mit der Bedrohung. Zehntausende sind mittlerweile vor der Gewalt geflohen. Wir helfen ihnen, so gut es geht. Doch ihre größte Hoffnung ist der, der den Tod besiegt hat: Jesus Christus. Und Glaubensgeschwister wie Sie und ich, die sie nicht vergessen, sondern sie im Gebet tragen und sich an ihre Seite stellen.

Der Autor ist Leiter von Open Doors Deutschland. Das internationale, überkonfessionelle christliche Hilfswerk setzt sich in mehr als 70 Ländern für verfolgte Christen ein. Auch in Nigeria, zu der Arbeit dort informiert das Hilfswerk auf seiner Homepage: www.opendoors.de/arise-africa

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