Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Papst warnt vor Gefahren künstlicher Intelligenz

Ob künstliche Intelligenz Gefahr oder Gewinn sei, hängt von der „Ausrichtung des Herzens“ ab, so Papst Franziskus.
Papst Franziskus warnte vor sogenannten "deep fakes
Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Evandro Inetti | Papst Franziskus warnte vor sogenannten "deep fakes"; sie würden die Gefahr bergen, Beziehung zu anderen und zur Wirklichkeit zu verfälschen.

Papst Franziskus hat am Mittwochvormittag seine Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel veröffentlicht. Wie die „Catholic News Agency“ (CNA) mitteilte, fokussierte er sich auf die Künstliche Intelligenz (KI), die zum Gewinn oder zur Gefahr für die Menschen werden könne. Franziskus erklärte wörtlich: „Es liegt am Menschen zu entscheiden, ob er zum Futter für Algorithmen wird oder ob er sein Herz mit Freiheit nährt, das Herz, ohne das wir nicht in der Weisheit wachsen können.“

Lesen Sie auch:

Der Papst nannte drei große Gefahren der Künstlichen Intelligenz: „Verringerung von Pluralismus“, „Polarisierung der öffentlichen Meinung“ und „Herausbildung eines Einheitsdenkens“. Um nicht in die Fallen der KI zu rennen, sondern „die Neuerungen unserer Zeit deuten und interpretieren“ zu können sowie „den Weg zu einer wahrhaft menschlichen Kommunikation“ wiederzuentdecken, brauche es „Herzensweisheit“.

Gefahr einer „kognitiven Verschmutzung"

Mit der richtigen „Ausrichtung des Herzens“ würden die Systeme künstlicher Intelligenz „zur Befreiung von der Unwissenheit beitragen und den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Völkern und Generationen erleichtern“. Eine „enorme Fülle von Wissen“ könne allen erschlossen werden und Menschen könnten „in ihnen unbekannten Sprachen kommunizieren“.

Eindringlich warnte der Papst vor „deep fakes“, Bildern oder Tonaufnahmen, die eine Echtheit simulierten. Dies könne „in einigen speziellen Bereichen nützlich sein“, werde aber „abartig, wo sie die Beziehung zu den anderen und zur Wirklichkeit" verdrehten. Er sprach in dem Kontext auch von „kognitiver Verschmutzung“.

Der Welttag der sozialen Kommunikationsmittel — auch Mediensonntag genannt — findet in vielen Ländern am 12. Mai statt. In Deutschland wird er erst jeweils am zweiten Sonntag im September begangen.

Gebetsaufruf zum Holocaust-Gedenktag

Indes erinnerte der Papst in seiner Generalaudienz am Mittwoch an den anstehenden internationalen Holocaust-Gedenktag am kommenden Samstag: „Möge das Gedenken und die Verurteilung dieser schrecklichen Vernichtung von Millionen von Juden und Andersgläubigen, die in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts stattfand, allen helfen, nicht zu vergessen, dass die Logik des Hasses und der Gewalt niemals gerechtfertigt werden kann, weil sie unsere eigene Menschlichkeit verleugnet“, bemerkte Franziskus im Anschluss an seine Katechese laut Angaben von „Vatican News“.

Besonders aufgrund der „beunruhigenden Nachrichten aus der gepeinigten Ukraine“ wo Bombenanschläge Zivilisten treffen und „Tod, Zerstörung und Leid säen“ sowie den Ereignissen im Nahen Osten, Palästina und Israel, bete er für die Opfer und ihre Angehörigen. Krieg an sich sei eine „Verneinung der Menschlichkeit“, „immer eine Niederlage, immer. Die einzigen ,Gewinner‘ - in Anführungsstrichen - sind die Waffenhersteller.“ Franziskus appellierte „für den Frieden zu beten, für ein Ende der Konflikte, für ein Ende der Waffen und für die Erleichterung der erschöpften Bevölkerungen“ und dabei nicht zu ermüden.

Der Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, hatten die Vereinten Nationen 2005 zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt, wo von 1940 bis 1945 insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden. DT/dsc/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Künstliche Intelligenz Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen digitaler Technologien: „Die Tagespost“ startet eine Trilogie zur digitalen Kulturrevolution.
16.01.2024, 16 Uhr
Vorabmeldung

Kirche

Wenn der Ruf nach Evangelisierung zur Lösung der Kirchenkrise unterkomplex ist, dann hat Jesus wohl sein Handwerk nicht verstanden. Ein Kommentar.
23.02.2024, 20 Uhr
Franziska Harter
Der Salesianer Don Boscos war Dogmatiker, Bischof von Innsbruck, Erzbischof von Salzburg und Primas Germaniae.
23.02.2024, 05 Uhr
Meldung