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Katholische Universität distanziert sich von Franziskus

Beim Besuch von Papst Franziskus in Belgien kommt es zu einem nie dagewesenen Zwischenfall: Die Katholische Universität Löwen äußert „ ihre Missbilligung“ über dessen Worte.
Papst Franziskus muss sich von Studenten und Universität missbilligende Worte anhören.
Foto: IMAGO/ERIC LALMAND (www.imago-images.de) | In Europa weht ein anderer Wind als in Ostasien: Franziskus muss sich von Studenten und Universität missbilligende Worte anhören.

Nach dem Besuch von Papst Franziskus an der katholischen Universität Löwen (Louvain-la-Neuve) in Belgien hat sich die Uni von den Aussagen Franziskus' zum Platz der Frau in der Kirche distanziert. In einer nur Minuten nach dem Besuch des Pontifex veröffentlichten Mitteilung „äußert“ die Universität „ihr Unverständnis und ihre Missbilligung über die von Papst Franziskus geäußerte Position zur Stellung der Frau in der Kirche und in der Gesellschaft. Eine deterministische und reduzierende Position, der gegenüber unsere Universität nur ihre Ablehnung zum Ausdruck bringen kann.“ In derselben Mitteilung bezeichnet sich die katholische Hochschule als „inklusive Universität, die sich gegen sexistische und sexuelle Gewalt einsetzt“.

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Im Rahmen seiner Apostolischen Reise nach Belgien hatte der Heilige Vater am Samstagnachmittag auch die französischsprachige Universität besucht, um anlässlich ihres 600. Jubiläums eine Rede vor Lehrkorps und Studenten zu halten. Dabei hatte Franziskus unter anderem gesagt, was „für die Frau charakteristisch sie, was „weiblich“ sei, werde „nicht durch Konsens oder Ideologien festgelegt“. „Die Würde“, so der Heilige Vater wörtlich, „wird durch ein ursprüngliches Gesetz gesichert, das nicht auf Papier geschrieben, sondern dem Leib eingeschrieben ist. Die Würde ist ein unschätzbares Gut, eine ursprüngliche Qualität, die kein menschliches Gesetz geben oder nehmen kann.“ Spontan hatte der Papst seiner Rede auch hinzugefügt: „Frau ist fruchtbares Empfangen, Sorge, lebendige Hingabe – deshalb ist die Frau wichtiger als der Mann“.

Problem Sexuelle Arbeitsteilung

Bevor der Papst das Wort ergriff, verlasen Studenten der Universität einen an das Oberhaupt der katholischen Kirche gerichteten Brief, in dem sie die Position der Kirche zum Platz der Frau und zur Homosexualität kritisierten. Frauen seien „die großen Abwesenden“ in der Enzyklika Laudato si': „Bleiben wir nicht bei einer ungerechten Arbeitsteilung im Namen einer angeblich ,natürlichen' Neigung, die in eine sexuelle Arbeitsteilung mündet?“, fragten die Studenten.

Die katholische Theologie habe ihr Übriges dazu getan, diese „Aufteilung zu verstärken, die ihre mütterliche Rolle hervorhebt, während sie ihren Zugang zu den geweihten Ämtern verbietet“. Die Forderung der Enzyklika nach ganzheitlicher Entwicklung erscheine unvereinbar mit den Positionen zu Homosexualität und der Stellung der Frau in der katholischen Kirche.

Gottvater aufgeben?

Die Studenten monierten ebenfalls, dass die Enzyklika keine weibliche Theologin zitiere: „Welchen Platz nehmen Frauen bei der Produktion eines Denkrahmens ein, der die Auffassungen und Entscheidungen in der Kirche vorbereitet?“ Außerdem fordern die Studenten, die Kirche müsse die „Figur des Vaters als Schöpfer und einziger Herr der Welt“ aufgeben, die einer „reifen und vielfältigen Menschheit“ nicht entspreche.

„Die Kirche ist Frau“, antwortete Papst Franziskus und fügte hinzu: „Die Kirche ist das Volk Gottes, kein multinationales Unternehmen. Die Frau im Volk Gottes ist Tochter, Schwester, Mutter. So wie ich Sohn, Bruder und Vater bin. Diese Beziehungen drücken aus, dass wir Gottes Ebenbild sind, Mann und Frau zusammen und nicht getrennt!“ Ganzheitliche Entwicklung beziehe sich außerdem auf die Berufung aller zur Heiligkeit : „Sie ist eine Berufung zu einem gerechten und glücklichen Leben für alle Menschen.“ Männer und Frauen seien „Personen, keine Individuen“, von Anfang an berufen, zu lieben und geliebt zu werden. „Eine Berufung, die eine Mission ist und die die Rolle der Kirche in der Gesellschaft bestimmt“, so der Heilige Vater. (DT/fha/KNA)

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