Frankfurt

Synodaler Weg stimmt für Zulassung von Frauen zu Weiheämtern

Ein Text, der die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern anstrebt, findet bei der dritten Synodalversammlung eine große Mehrheit. Zwei weitere Texte werden in erster Lesung angenommen.
Viele Teilnehmer der Synodalversammlung forderten den Zugang von Frauen zu allen Ämtern
Foto: Synodaler Weg/ Maximilian von Lachner | Viele Teilnehmer der Synodalversammlung forderten den Zugang von Frauen zu allen Ämtern und Diensten der Kirche.

Mit großer Mehrheit haben sich die Teilnehmer des Synodalen Wegs für die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern ausgesprochen. Der entsprechende Grundtext des Synodalforums „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ wurde mit 174 Ja-Stimmen angenommen, 30 Teilnehmer stimmten dagegen, sechs enthielten sich. Auch von den 67 „nichtmännlichen“ Abstimmungsberechtigten stimmten 62 für den Text. Das Papier wird nun als Arbeitsgrundlage an das Synodalforum zur weiteren Bearbeitung überwiesen.

Lesen Sie auch:

Viele fordern Zulassung von Frauen zu allen Ämtern

Bereits in der Debatte, die der Abstimmung vorangegangen war, hatten sich zahlreiche Teilnehmer für eine volle Gleichstellung von Männern und Frauen in der Kirche sowie die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern ausgesprochen. Allerdings gab es auch kritische Wortmeldungen, etwa vom Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz sowie der Theologin Marianne Schlosser. Letztere betonte, wenn man die durchgehende Lehre und reflektierte Praxis der Kirche verändern wolle, brauche es sehr starke Argumente. Ihrer Ansicht nach reiche es nicht, sich auf ein verändertes Rollenverständnis zu beziehen.

Zuvor war am Nachmittag bereits über zwei sogenannte Handlungstexte abgestimmt worden. Das Papier „Persönlichkeitsbildung und Professionalisierung“ aus dem Synodalforum „Priesterliche Existenz heute“ wurde mit 170 Ja-Stimmen bei 17 Gegenstimmen und neun Enthaltungen in erster Lesung angenommen. In dem Text geht es um Standards der Priesterausbildung, um die Qualifizierung von Laien, aber auch um die Möglichkeit, Priester mit Zivilberuf einzusetzen. 

Der Handlungstext „Prävention und Umgang mit Tätern“ aus dem Synodalforum „Priesterliche Existenz heute“ wurde mit 187 Ja-Stimmen in erster Lesung angenommen. Nur sieben Teilnehmer stimmten dagegen. Der Text befasst damit, Standards in der Behandlung von Missbrauchstätern zu entwickeln, aber auch mit dem Thema der Missbrauchsprävention.  DT/pwi

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Jesus Christus Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Maria 1.0 Rudolf Voderholzer

Weitere Artikel

Wie das Lehramt der deutschen Universitätstheologie das Lehramt der Bischöfe ablöst.
30.03.2022, 17 Uhr
Bischof Rudolf Voderholzer
Bischof Rudolf Voderholzer über den Synodalen Weg. Die Beratungen der Bischöfe in Fulda und der Ad-limina-Besuch in Rom im November bewegen die Gemüter.
05.10.2022, 17 Uhr
Regina Einig

Kirche

Die Gruppe, die zum kontinentalen europäischen Vorbereitungstreffen der Weltsynode nach Prag fahren soll, repräsentiert die deutschen Katholiken in keiner Weise.
02.12.2022, 11 Uhr
Dorothea Schmidt
Nach russischer Empörung wurden die Internetseiten des Heiligen Stuhls attackiert. Auffällige Parallelen zum Hacker-Angriff auf das Europäische Parlament.
01.12.2022, 12 Uhr
Meldung
Deutsche Stimmen zum römischen Einspruch: Wie soll es weitergehen nach den Referaten der Kardinäle Luis Ladaria und Marc Ouellet?
01.12.2022, 13 Uhr
Redaktion
Mit fremden Menschen auf der Straße über den Glauben sprechen ist das „Back to the roots“ der Evangelisierung.
30.11.2022, 11 Uhr
Franziska Harter