"Frankfurter Erklärung"

Prominente Katholiken starten Appell gegen kirchlichen Machtmissbrauch

Mit einer Petition „für eine Synodale Kirche“ treten prominente Katholiken für ein neues Kirchenverständnis ein. Auch der DBK-Vorsitzende Bätzing schließt sich an.
Mit einer Petition „für eine Synodale Kirche“ treten prominente Katholiken für ein neues Kirchenverständnis ein
Foto: Maximilian von Lachner/Synodaler Weg | Als Mitglieder der katholischen Kirche erkennen wir den Synodalen Weg in Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus als einen Kairos: als einen Moment der Entscheidung für unsere Kirche, vor die uns Gott stellt", ...

Prominente Katholiken haben mit einer sogenannten „Frankfurter Erklärung“ die weitreichenden Reformforderungen des Synodalen Wegs noch einmal bekräftigt. In der am Donnerstag auf der Petitionsplattform „change.org“ veröffentlichten Erklärung „für eine synodale Kirche“ wird gefordert, „alle Formen eines Missbrauchs von Macht in der Kirche“ zu durchbrechen. Zudem treten die Unterzeichner für „durchgreifende Aufarbeitung und Gerechtigkeit für die von Missbrauch Betroffenen“ ein.

Selbstverpflichtung zu Geschlechtergerechtigkeit

Zu den 17 Erstunterstützern des Appells gehören der Sprecher des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Fragen der sexualisierten Gewalt, Johannes Norpoth, der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters, die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, die Erfurter Theologin Julia Knop sowie der Salzburger Theologe Gregor Maria Hoff.

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Nach Angaben der Initiatoren haben sich unter anderen auch der DBK-Vorsitzende, der Limburger Bischof Georg Bätzing, die Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sowie die Generalsekretärin der DBK, Beate Gilles, der Erklärung angeschlossen. 

Die Unterstützer des Appells verpflichten sich selbst dazu, für „Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche“ einzutreten und diese „konsequent“ zu verwirklichen. Zudem wolle man sich „jeder Diskriminierung in der Kirche“ widersetzen und „allen Menschen in ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit Raum“ geben. Die Unterzeichner betonen, in einer Kirche zu leben, „in der wir mit unseren Ämtern und Charismen gemeinsam beraten und entscheiden“.

Synodaler Weg als Moment der Entscheidung

Zudem heißt es in der Erklärung wörtlich: „Als Mitglieder der katholischen Kirche erkennen wir den Synodalen Weg in Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus als einen Kairos: als einen Moment der Entscheidung für unsere Kirche, vor die uns Gott stellt.“ Man wisse um „die Schuld, die unsere Kirche auf sich geladen hat – vor allem im sexuellen und geistlichen Missbrauch ihrer Macht“. Den Geist synodaler Beratungen und Entscheidungen nehme man als eine Inspiration wahr, „neue Wege zu finden, um den Menschen unserer Zeit den Gott des Lebens nahe zu bringen“. 

Bis Donnerstagnachmittag wurde die Petition von gut 1.000 Unterstützern unterzeichnet.  DT/mlu

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