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„Neuer Anfang“: Deutsche Bischöfe stehen vor „Scherbenhaufen“

Die Bischöfe hätten sich bei ihrem „Ad-limina-Besuch“ selbst in eine Falle manövriert, so die Laieninitiative. Der Synodale Weg sei an einem „entscheidenden Wendepunkt“.
Deutsche Bischöfe stehen vor „Scherbenhaufen“
Foto: Johannes Neudecker (dpa) | Die Situation der deutschen Bischöfe und des Vorsitzenden, Bischof Georg Bätzing, sei nach dem „Ad-limina-Besuch“ denkbar schwierig, konstatiert der „Neue Anfang“.

Nach dem „Ad-limina-Besuch“ der deutschen Bischöfe im Vatikan spricht die Laieninitiative „Neuer Anfang“ von einem „entscheidenden Wendepunkt“ für den Synodalen Weg. „Möglicherweise hat sich sogar bereits entschieden, dass er keine Zukunft hat. Die deutschen Bischöfe haben sich selbst in eine Falle hineinmanövriert“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme. 

"In deutlichster Weise die Grenzen aufgezeigt"

Rom habe dem Synodalen Weg „in deutlichster Weise die Grenzen aufgezeigt, die er längst mit vollem Bewusstsein überschritten hatte“, so die Initiative weiter, „in der Hoffnung mit Rom auf irgendeine Weise einen Kompromiss oder einen modus vivendi finden zu können“. Diese Hoffnung habe sich „mit Wucht zerschlagen“.

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Es gebe aus Rom „keinen einzigen zustimmenden Kommentar“ zu den Papieren und Forderungen des Synodalen Weges, dafür jedoch eine ganze Liste von Bedenken. So habe der Heilige Stuhl beispielsweise „in allen entscheidenden Lehr- und Verfassungsfragen grundsätzliche Bedenken angemeldet“. Diese beträfen „Methode, Inhalte und Struktur des Synodalen Weges“. Auch die Kritiker der Forderung nach der Priesterweise für Frauen sieht der „Neue Anfang“ durch die vatikanischen Kommentare gestützt. Die Bischöfe seien grundsätzlich darauf hingewiesen worden, dass es auch „Unverhandelbares“ gebe. „Man darf annehmen, dass damit u.a. die Frage der Priesterweihe auch für Frauen gemeint ist, da sie nirgendwo auch nur erwähnt wird.“

Die Situation der deutschen Bischöfe und des Vorsitzenden, Bischof Georg Bätzing, sei nach dem „Ad-limina-Besuch“ denkbar schwierig, konstatiert der „Neue Anfang“. „Sie haben nach der einen Seite versprochen, nach der anderen Seite beschwichtigt. Nun stehen sie vor einem Scherbenhaufen. Rom nimmt sie in die Pflicht, den Haufen nun selbst aufzuräumen.“ Dies sei „schwer – aber auch eine letzte Chance“.  DT/mlu

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