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Dieser: Homosexualität soll „entskandalisiert“ werden

Der Aachener Bischof und die ZdK-Vizepräsidentin fordern, den Katechismus neu zu schreiben. Denn Homosexualität sei keine „Panne“ Gottes, sondern gottgewollt.
Bischof Helmut Dieser
Foto: Robert Schmiegelt via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Das Synodalforum, so Bischof Dieser, habe sich mit der Frage beschäftigt, „was zum Phänomen menschlicher Sexualität alles dazu gehört“, und dazu gehöre auch die gleichgeschlechtliche Orientierung.

Am Rande der vierten Synodalversammlung des Synodalen Wegs haben der Aachener Bischof Helmut Dieser und Birgit Mock, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), zu den Aussagen Stellung genommen, die Dieser tags zuvor gegenüber der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ zu Homosexualität getätigt hatte. Dieser und Mock leiten zusammen das Synodalforum 4, „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“.

Homosexualität nicht als krankhaft beschreiben

Das Synodalforum, so Bischof Dieser, habe sich mit der Frage beschäftigt, „was zum Phänomen menschlicher Sexualität alles dazu gehört“, und dazu gehöre auch die gleichgeschlechtliche Orientierung. Darüber hinaus stelle sich die Frage, „was das in der Deutung des Glaubens bedeute“. Dazu sei dreierlei zu bedenken: Medizin und Psychologie könnten diese „nicht als krankhaft beschreiben“; die Theologie könne „nicht eindeutig sagen, es sei Folge der Ursünde oder irgendeines Defizits in der Geschöpflichkeit des Menschen“. Außerdem sage das Lehramt, dass Homosexualität „als Empfindung, als Orientierung nicht sündhaft“ sei.

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Der Text des Synodalforums gehe jedoch einen Schritt weiter: „Wenn das alles so ist, dann gehört es zu dem Gutgeschaffensein der Schöpfung, ist so gottgewollt wie die verschiedenen Hautfarben der Menschheit. Damit wollen wir ein Stück auch der Entskandalisierung dieses Themas erreichen, so dass Menschen, die homosexuell orientiert sind, in eine normale geschöpfliche Gutheit hineingehören, und in diesem Sinne genauso gottgewollt wie die Heterosexuellen.“

Laut Birgit Mock sei der Auftrag an das Forum, „Sexualität neu zu bewerten“. Dazu seien die Teilnehmer „zurück zu den Anfängen, zu den Botschaften des Evangeliums“ gegangen. Und daraus könne herausgelesen werden, „dass alle Menschen von Gott geschaffen und geliebt sind, eben auch in ihrer Leiblichkeit.“

Sexualität und Identität gehören eng zusammen

Wichtige Grundlage für die Arbeit des Forums seien die Erkenntnisse aus den Humanwissenschaften, „nach denen Identität und Sexualität nicht voneinander getrennt werden können“. Dies sei wichtig, „weil im Moment im Katechismus noch zu lesen ist, dass Menschen mit homosexueller Orientierung angehalten sind, zölibatär zu leben, das heißt, ihre Sexualität nicht auszuleben“.

Für die Forumsteilnehmer gehörten allerdings „Sexualität und Identität eng zusammen“, weswegen kein Mensch dazu angehalten werden könne, „sich von seiner eigenen Sexualität zu trennen“, denn dies sei „eine Verletzung der Menschenwürde“. Daher empfehle das Forum in einem 30 Seiten starken Text, „an dieser Stelle den Katechismus weiterzuschreiben.“

Auf die Frage, warum dann nicht die sakramentale Ehe für Homosexuelle empfohlen würde, antwortete Bischof Dieser allerdings: „Weil die Ehe eine andere Wirklichkeit darstellt, weil es dort eine wesentliche Komponente noch gibt, die bei der homosexuellen nicht dazukommt, die leibliche biologische Fruchtbarkeit.“  DT/jg

Lesen Sie ausführliche Hintergründe, Berichte und Analysen zur vierten Synodalversammlung in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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