Synodaler Weg

Bätzing erteilt Aquila eine Abfuhr

Der DBK-Vorsitzende will US-Amtsbruder keine offenen Briefe mehr beantworten. Die Kritik des Denver Erzbischofs weist er erneut entschieden zurück.
Bischof Georg Bätzing
Foto: Thomas Frey (dpa) | Der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing rechtfertigt erneut Inhalte und Beschlüsse des Synodalen Weges. Er weist Aquilas Kritik ab und betont, er sei froh, dass die Meinung Aquilas "längst nicht von allen Gläubigen ...

Zum zweiten Mal hat der Limburger Bischof Georg Bätzing die Sorge des Denver Erzbischofs Samuel J. Aquila in Bezug auf den Synodalen Weg entschieden zurückgewiesen. In seiner Antwort, die auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht ist, beschwert sich Bätzing über Aquilas offenen Briefe, die „insbesondere die Kritiker des Synodalen Weges in der Kirche erreichen und sammeln“ wollten. Zugleich kündigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz an, keine weiteren offenen Briefe des amerikanischen Mitbruders zu beantworten. Es entspreche „der üblichen Gepflogenheit, offene Briefe unbeantwortet zu lassen.“ Bätzing verweist auf den öffentlichen Stream, über den alle Synodalversammlungen mitverfolgt werden können. 

"Ausgesprochen uninformiert"

Erzbischof Aquila hatte Bätzing am 2. Mai einen zweiten Brief geschrieben, in dem er Bätzing „Verrat am Evangelium“ vorgeworfen hatte. Der Synodale Weg stelle das Glaubensgut in Frage und lehne es in einigen Fällen sogar ab, hatte er mit Verweis auf Debatten des Synodalen Weges geschrieben und seinem Brief zum Beweis eine Sammlung von Zitaten aus Beschlusstexten des Synodalen Weges beigefügt. „Warum muss sich die katholische Lehre in grundlegenden Fragen der Lehre und des moralischen Lebens ändern, weil die deutschen Bischöfe es versäumt haben, wirksam zu lehren und ehrlich zu führen?“ hatte Aquila gefragt.

Lesen Sie auch:

Der Denver Erzbischof war einer der 74 US-Bischöfe, die zuvor - neben dem Nordischen und dem Polnischen Episkopat - einen Sorgenbrief an den Limburger Bischof Bätzing geschickt und ihn deutlich ihre Sorgen mitgeteilt hatten, es könne wieder ein Schisma von der Kirche in Deutschland ausgehen. Darauf bezugnehmend schreibt Bätzing in seiner aktuellen Antwort an Aquila: Unter den Unterzeichnern befänden sich Bischöfe, „die über den wirklichen Diskussionsprozess des Synodalen Weges ausgesprochen uninformiert waren“. Er sei, „froh und weiß es zu schätzen“, dass die Meinung Aquilas auch in den USA „längst nicht von allen Gläubigen und Bischöfen geteilt wird“. Das würde ihm immer wieder „deutlich signalisiert“. 

"Erschreckend einlinig"

Auf Aquilas Argumente geht Bätzing im Einzelnen nicht ein, nur das Missbrauchsthema greift er auf:  Der Vorwurf Aquilas, Bischöfe würden wegen Fehlern im Umgang mit Missbrauchsdelikten statt zur Rechenschaft gezogen zu werden die Lehre umschreiben, sei „erschreckend einlinig“. Das werde der komplexen Realität der Missbrauch begünstigenden Strukturen bei Weitem nicht gerecht, kritisiert der Bischof und spricht sich noch einmal für die auf dem Synodalen Weg behandelten Themen aus.

Zum Schluss weist der Bischof optimistisch in die Zukunft: Er sei dankbar über den von Papst Franziskus angelegten weltweiten Synodalen Prozess, in den sich die Kirche in Deutschland sich einbringen werde. Dann schließt er mit österlichen Grüßen: „Der Herr ist wahrhaft auferstanden, halleluja.“ DT/dsc

 

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Ist der Synodale Weg womöglich viel harmloser, als es die Kritiker meinen? Nein. Eine neue Kirche ist das eigentliche Ziel, nicht die Bekämpfung des Missbrauchs.
17.05.2022, 21  Uhr
Guido Horst
Der DBK-Vorsitzende will keine öffentlichen Debatten mehr um den Synodalen Weg führen. Er habe auf Briefe bislang aus purer Höflichkeit geantwortet.
13.05.2022, 11  Uhr
Dorothea Schmidt
Erzbischof Samuel J. Aquila wirft dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing Verrat am Evangelium vor und fordert ihn auf, den Brief der 74 US-Bischöfe ernst zu nehmen.
04.05.2022, 11  Uhr
Meldung
Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Georg Bätzing Papst Franziskus

Kirche

Reformen vorantreiben mit Tempo, Druck auf die Amtskirche und zur Not für den Preis einer Spaltung — das war der Tenor der Veranstaltung „Kirche kann bunt. Mit Vielfalt gewinnen. #OutInChurch“.
28.05.2022, 15 Uhr
Dorothea Schmidt
Das Erzbistum Köln hat die Chance, wieder zueinander zu finden. Denn es gibt Gläubige, die sich von Kampagnen nicht beirren lassen. Eindrucksvolles Beispiel: der Wallfahrtsort Neviges.
28.05.2022, 11 Uhr
Regina Einig
Die theologischen Dialoge müssen weitergeführt und intensiviert werden, so der „Ökumene-Bischof“. Eine Herausforderung bleibe aber die Frage der Eucharistiegemeinschaft.
27.05.2022, 20 Uhr
Oliver Gierens