Ein Brausen vom Himmel, Feuerzungen auf den Häuptern, ein vielsprachiges Lob Gottes – der Geburtstag der Kirche beginnt als Theophanie. Fünfzig Tage nach Pessach feierte Israel Schawuot, das Wochenfest. Ursprünglich ein Erntedank für die Weizenernte, wurde es in der jüdischen Tradition zum Gedächtnistag der Gesetzgebung am Sinai. Wie die Apostelgeschichte berichtet, füllte sich Jerusalem zum Wochenfest mit Pilgern aus aller Welt, die zum Tempel strömten. Gottes Timing wählte die Stunde der größten Versammlung, um die Zerstreuung zu überwinden. In der Vigil zu Pfingsten erklingt die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Hochmut und Sprachverwirrung – die Menschheit zersplittert, der Himmel bleibt stumm.
Die Gaben des Geistes dienen dem Ganzen
Die Menschheit zersplittert, der Himmel stumm – und dann überirdische Gaben. Das Verborgene bricht als Neuschöpfung hervor. Die ewige Erntefreude steht trotzdem noch aus.
