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Engelbert Kolland, der Märtyrer aus Tirol

Papst Franziskus spricht den Franziskaner am Sonntag heilig. Wie dessen ehemalige Pfarrei Zell am Ziller reagiert, schilderte Pfarrdekan Ignaz Steinwender der „Tagespost“.
Engelbert Kolland,  Portrait des Holzknechtssohnes
Foto: Privat | Das Portrait des Holzknechtssohnes Engelbert Kolland hängt im Pfarrhof seiner österreichischen Heimatgemeinde.

In vier Bussen fährt die Gemeinde Zell am Ziller nach Rom, um der Heiligsprechung „ihres“ Engelbert Kolland am 20. Oktober beizuwohnen, wie Dekan Ignaz Steinwender im Interview mit der „Tagespost“ sagte.  Mit seiner Gemeinde fördert er die Verehrung des vor knapp 100 Jahren in seiner Pfarrkirche getauften Märtyrers.

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„Vom 25. bis 27. Oktober feiern wir hier ein Triduum. Freitag gibt es eine Messe mit den Franziskanern, am Samstag einen Gottesdienst in Ramsau bei Pater Kollands Geburtshaus, und am Sonntag dann zum Abschluss eine Festmesse in seiner Taufkirche“, fasst Dekan Steinwender den Ablauf im Gespräch mit dieser Zeitung zusammen. 1827 wurde der franziskanische Märtyrer in Ramsau geboren, und in der Dekanatskirche Zell am Ziller auf den Namen Michael getauft. Am 10. Juli 1860 starb er in Damaskus bei einem Aufstand muslimischer Massen gegen Christen. Heute ist er der bislang einzige Märtyrer des Bistums Salzburg, und zweiter Schutzpatron seiner Taufpfarrei.

Seinen Mörder „Freund“ genannt

Schon lange bemühe man sich dort um Pater Kollands Verehrung. Anlässlich seiner Erhebung zur Ehre der Altäre ist die „Engelbertbiographie“ neu erschienen. „Wir möchten alles dafür tun, dass immer mehr Menschen diesen Heiligen kennenlernen und dadurch geistlich beschenkt werden“, bekräftigt Ignaz Steinwender. Sein besonderes Charisma sei vielleicht die Fähigkeit, durch Schwierigkeiten zu reifen, innerlich und vor allem geistlich. „Er hat seinen Häscher im Angesicht des Todes mit „Freund“ angesprochen. Sein Wahlspruch „Mein Gott und mein Alles“ hat ihm geholfen, als eifriger Seelsorger ganz für die Menschen da zu sein, und „Allen alles zu werden“.

2010 entstanden ein „Engelbertlehrpfad“, ein Kinder- und ein Wallfahrtsbuch. Neben der eigens gegründeten „Engelbert-Kolland-Gemeinschaft“ ragt die dem Franziskanerpater geweihte sogenannte „Granatkapelle“ wortwörtlich aus dem Erinnerungsgut heraus – auf 2000 Metern Höhe steht sie, im hinteren Zillertal. Einmal im Monat gibt es eine Wallfahrt dorthin. „Aus der Pfarrei werden vier Busse zur Heiligsprechung fahren“, so Pfarrer Steinwender. „Durch Gebet bereiten wir uns geistlich auf die Feier vor, schon seit dem 15. August. Es gibt ein tägliches „Engelbertgebet“ und ein Novenengebet.“ Durch die Heiligsprechung Kollands erhoffe man sich Wachstum im Glauben und die Vermittlung göttlicher Gnaden an die Pfarrei.  DT/elih

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