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Corona-Exerzitien: Geschenk Gottes

Eine beinahe sakrale Stille hat sich in diesen Krisen-Wochen auf alles gelegt. Ist sie vielleicht eines der „Geschenke Gottes“?
Gebet in Corona-Zeiten
Foto: Franziska Kraufmann (dpa) | Führt Gott wirklich alles zum Guten? Die heilige Mutter Teresa von Kalkutta antwortete einmal auf die Frage, was ihr Geheimnis sei: „Ich bete.“

Hast Du gehört, wie lebendig die Vögel heute gezwitschert haben? Auch in sonst belebten Straßen unserer Stadt ist es still geworden. Die wenigen Menschen auf der Straße sprechen kaum miteinander. Und wenn, dann kurz und verhalten. Eine Ruhe hat sich auf alles gelegt. Eine fast sakrale Stille, die viele als erleichternd und angenehm empfinden, mancher aber als bedrohlich, wie einen Hauch des Todes, beängstigend. Jede Nachricht über Tote – ob in der Ferne oder in der Nähe – löst Trauer und Betroffenheit aus.

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Sehen bedeutet nicht notwendigerweise Verstehen

Das Johannes-Evangelium berichtet uns vom Tod des Lazarus, und von den gläubigen, und dennoch vorwurfsvollen Worten seiner Schwester Martha: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ (Joh 11,21) Mit Martha fragen wir oft: Wo warst du, Herr? Wo bist du jetzt? Wir wissen, dass Gott uns führt. Vielleicht ahnen wir sogar, wohin er uns führen will, aber wir wissen nicht auf welchem Weg.

Im Römerbrief lesen wir: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28). Ist das der Hoffnungshorizont gläubiger Christen? Führt Gott wirklich alles zum Guten? Die heilige Mutter Teresavon Kalkutta antwortete einmal auf die Frage, was ihr Geheimnis sei: „Ich bete.“ Ihr Beten, ihr Gespräch mit Gott hat sie fähig werden lassen, alles was ihr im Leben widerfuhr, als liebende Fügung des Vaters zu sehen. Zu sehen bedeutet nicht notwendigerweise, es zu verstehen.

In fünf Sätzen hat sie ihre Erfahrung mit Gott beschrieben:

„Die Frucht der Stille ist das Gebet;
Die Frucht des Gebets ist der Glaube;
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe;
Die Frucht der Liebe ist der Dienst am Nächsten;
Und die Frucht des Dienens ist der Friede.“

Die Frucht der Stille ist das Gebet

Die Frucht der Stille ist das Gebet. Ist die fast sakrale Stille unserer Krisen-Wochen vielleicht eines der „Geschenke Gottes“? Eine kleine Offenbarung Gottes, die uns über das Gebet zum Glauben und zur Liebe führt? Zu einer Liebe, die erkennt, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt? Können wir glauben, dass die schwierige Lage so vieler Menschen sich als Geschenk für die Menschheit entpuppen kann? Jesus sagte zu Martha: „Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?“ (Joh 11,40)

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