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Marx glaubt an Lockerungen im Zölibat unter Leo

Der Münchener Kardinal stellt die Beschränkung des Priesterberufs auf zölibatär lebende Männer in Frage.
Kardinal Marx für Lockerung des Zölibats
Foto: Neundorf/Kirchner-Media via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Im Rahmend es Synodlaen Wegs hat sich Kardinal Marx 2022 dafür ausgesprochen, Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen zu weihen. 

Unlängst hat sich Papst Leo XIV. deutlich für den Zölibat ausgesprochen und Bischöfe wie Seminaristen ermutigt, diesen Weg der besonderen Nachfolge Christi in Treue zu gehen. Trotz dieser Worte hält der Münchener Kardinal Reinhard Marx es für wahrscheinlich, dass es unter diesem Papst Lockerungen im Zölibat geben könnte. In einem Interview mit „Münchner Merkur“ und „tz“ sagte er am Samstag: „Ich glaube nicht, dass Papst Leo da völlig festgelegt ist. Er hat Basiserfahrung, gerade aus Lateinamerika.“ 

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Zunächst gehe es zwar darum, „die Ehelosigkeit als Lebensform positiv zu bewerten und zu schützen“, so der Kardinal, aber „muss man den Priesterberuf beschränken auf zölibatär lebende Männer? Sehen wir wirklich alle Berufungen, die uns Gott schenkt? Oder versperren wir uns hier?“ Laut Marx ist die Tür zu dieser Diskussion nicht geschlossen. Er glaubt, der Papst sei „da erst einmal offen“. Marx selbst hatte sich schon 2022 dafür ausgesprochen, Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen, „die sie ja faktisch schon lange sind“, zu weihen. 

„Besondere Verantwortung der Bischöfe wird nicht abgeschafft"

Mit Blick auf die aktuellen kirchenpolitischen Prozesse in Deutschland sagte der Kardinal: „Manche in Deutschland meinen, wir würden eine Art Kirchenversammlung einführen wie ein Parlament oder eine Demokratie. Andere möchten am liebsten zurück in die Vergangenheit und alles um den Synodalen Weg vergessen. Beides sehe ich nicht.“ Es gebe eine Struktur der Kirche, in der die Bischöfe eine besondere Verantwortung trügen. „Das wird nicht abgeschafft.“

Allerdings brauche die Kirche mehr Synodalität, „also die Einbeziehung aller in den Dienst der Kirche“. Wie das zu organisieren sei, sei offen. Für viele in der Weltkirche sei das Neuland. Er sehe seine Diözese jedoch „auf einem guten Weg“. Solange er als Erzbischof bei theologischen und pastoralen Fragen keine gravierenden Probleme erkennen würde, sei er bereit, „einer mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossenen Empfehlung unseres Synodalen Gremiums zu folgen“. In Bezug auf ein nationales Gremium sei er genauso skeptisch wie Rom. Er wolle kein Gremium, „das mir als Bischof und uns im Erzbistum vorschreibt, was wir zu tun haben". (DT/dsc)

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