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Freiburger Missbrauchskommission fordert Ende der Kinderbeichte

Das Sakrament der Versöhnung eröffne Möglichkeiten des grenzverletzenden manipulativen Umgangs mit Minderjährigen, so das Gremium.
Erzbistum Freiburg: Missbrauchskommission fordert Ende der Kinderbeichte
Foto: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth | Kirche sei für Minderjährige kein sicherer Ort, solange „missbrauchsbegünstigende systemische Faktoren wirksam bleiben", so die Freiburger Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs.

Um Kinder bestmöglich vor Grenzverletzungen, Gewalt und Missbrauch zu schützen, fordert die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs des Erzbistums Freiburg ein Ende von Kinderbeichten. In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schlägt die Kommission vor, mit der Beichte bis zur Firmung zu warten, zumal fraglich sei, ob Kinder vor der Erstkommunion bereits über ein entsprechendes Schuld- und Sündenbewusstsein für das Bußsakrament verfügten.

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Weiter heißt es in dem 38-seitigen Bericht, Beichten könnten „die Möglichkeit eines grenzverletzenden manipulativen Umgangs mit Kindern und Minderjährigen eröffnen“. Kirche sei für Minderjährige kein sicherer Ort, solange „missbrauchsbegünstigende systemische Faktoren wirksam bleiben". Die Mediziner, Juristen, Psychotherapeuten sowie eine Betroffenenvertreterin, die unter der Leitung des Theologen Magnus Striet an dem Bericht beteiligt waren, empfiehlt dem Erzbistum, entsprechend neue Regelungen zu treffen.

Weitere Empfehlungen der Kommission

Des Weiteren fordert die Kommission bessere Unterstützung von Missbrauchsopfern. Therapieangebote für Betroffene müssten verbessert und bundesweit einheitliche Regelungen in Bezug auf  kirchliche Anerkennungsleistungen eingeführt werden.

Was Priester und Bischöfe betreffe, so müsste ein Zuviel an Macht eingeschränkt und deren Entscheidungen kontrolliert werden. Weitere durch die Kommission gewünschte Veränderungen betreffen die Priesterausbildung. Konkret fordern die Experten, dass Seminaristen sich nicht in Priesterseminaren „abschotten" und nicht zu jung sein dürften. Eine gewisse Lebenserfahrung sei wünschenswert.

Zu jung für Lebensentscheidung

Erklärend fügen die Experten hinzu: Da sich die jungen Erwachsenen oft noch in der „Phase der Findung der Sexualität befinden“, könne die Entscheidung, „ein Leben lang auf Partnerschaft und Sexualität verzichten zu wollen“, möglicherweise nicht gefällt werden. Zusätzlich sei wichtig, sexualisierte Gewalt und Missbrauch ins Theologiestudium zu integrieren. Und schließlich dürfe Homosexualität kein Tabuthema sein. 

Die Kommission wurde 2021 als Reaktion auf dem Missbrauchsbericht etabliert, indem von mindestens 540 Missbrauchsbetroffenen und mehr als 250 nachweislich schuldig gewordenen oder des Missbrauchs beschuldigten Priestern seit 1950 die Rede war. Sie entstand auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der Unabhängigen Bundesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM).  DT/dsc

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