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Maria Vesperbild: Michael Menzinger ist neuer Wallfahrtsleiter

Er verbindet Tradition, Volksfrömmigkeit und Seelsorge: Der neue Wallfahrtsleiter von Maria Vesperbild weiß, worauf es ankommt.
Priester Michael Menzinger ist der neue Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild.
Foto: Christopher Beschnitt (KNA) | Priester Michael Menzinger ist der neue Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild.

Sein Lachen ist herzlich, die Mundart passt: Am Sonntag hat Bischof Bertram Meier Michael Menzinger in sein neues Amt als Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild eingeführt. Dass der Gnadenort unweit von Augsburg dem „Neuen“ seit Kindheitstagen vertraut ist, gehört zu den vielversprechenden Aspekten dieser Personalie. Mit dem 50-Jährigen hat Maria Vesperbild einen Wallfahrtsdirektor im besten Alter, der Sinn für Tradition und Volksfrömmigkeit mit Erfahrung in der Seelsorge verbindet und für Kontinuität bürgt. Besser könnte ein Stabwechsel in dem boomenden mittelschwäbischen Marienheiligtum nicht laufen. 

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Menzinger hat schon früh gewusst, dass er der Kirche dienen wollte. Im Benediktinergymnasium Scheyern und in der Pfarrei wuchs seine Liebe zur Liturgie. Marienverehrung sieht er christozentrisch: „Für mich ist die Muttergottes genau das, was wir in Maria in der Wallfahrtskirche sehen. Sie trägt den Leib ihres toten Sohnes im Schoss und hält ihn“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Heil der Seelen treibt ihn um: An der römischen Benediktinerhochschule Sant´Anselmo promovierte er über diese Frage und befasste sich mit dem Sinn des pfarrlichen Dienstes nach dem Konzilsdekret Christus Dominus. Zehn Jahre lang leitete er die Pfarreiengemeinschaft Aresing-Weilach und betreute die Wallfahrt Maria Beinberg.

Ein Glücksfall  für Maria Vesperbild

Jammern über die Kirchenkrise liegt ihm nicht. Angesprochen auf den allgemeinen Kirchenbesucherschwund will er sich nicht auf die Pandemie herausreden. Für ihn schlägt die Stunde der Kirche gerade jetzt. In der auseinanderdriftenden Welt solle die Kirche das Evangelium verkündigen. Von der Sinnhaftigkeit der intensiven Beichtseelsorge in Maria Vesperbild ist Menzinger, der von sich sagt, er selbst sei immer gern beichten gegangen, zutiefst überzeugt: „Die Beichte ist ein Kernstück der Evangelisierung.“ Die Kriege im Kleinen in den Familien und an den Arbeitsplätzen bekommen er und seine Mitbrüder im Beichtstuhl täglich mit. Auch der Krieg in Osteuropa bedrückt unzählige Wallfahrer mit osteuropäischen Wurzeln, die in Vesperbild Trost suchen.

Michael Menzinger strahlt bei allen Widrigkeiten in Kirche und Welt Gottvertrauen aus: Er ist zuversichtlich, dass viele Wallfahrer in ihrer Glaubensfreude gestärkt und von der Gottesmutter getröstet werden. Und er selbst? Schmunzelnd verweist er auf das Vorbild seiner Vorgänger: Er wünscht sich die Frömmigkeit von Benefiziat Jakob Ruf, die Wortgewandtheit von Prälat Wilhelm Imkamp und den tiefen Glauben von Monsignore Erwin Reichart.

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