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Gössl will am Synodalen Ausschuss teilnehmen

Allerdings müssten die Vorgaben aus dem Vatikan beachtet werden, so der designierte Erzbischof von Bamberg, Weihbischof Herwig Gössl. Die Entscheidungskompetenz sieht er allein bei den Bischöfen.
Herwig Gössl, designierten Erzbischof von Bamberg
| Bischöfe müssen laut dem designierten Erzbischof von Bamberg, Herwig Gössl, am Ende die Entscheidungen treffen. Sie könnten sich nicht hinter synodalen Beschlüssen verstecken.

Der neu ernannte Erzbischof von Bamberg, Herwig Gössl, hat in einem Interview mit dem Portal „katholisch.de“ vom Donnerstag erklärt, dass er sich am Synodalen Ausschuss beteiligen wolle. Allerdings wolle er das unter der Prämisse tun, zu schauen, „was mit Blick auf die Vorgaben aus dem Vatikan möglich ist und was nicht“. Er sei gespannt, wie das mit den Beschlussfassungen des Synodalen Wegs in Einklang gebracht werden könne.

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Bischöfe würden „nicht darum herumkommen, die Entscheidungen am Ende zu treffen“, so der 56-Jährige weiter. Man könne sich nicht hinter synodalen Beschlüssen verstecken, „nach dem Motto: Ich wollte das ja eigentlich gar nicht, aber die Mehrheit hat anders entschieden“. Diese Ambivalenz zwischen der hierarchischen und der synodalen Struktur der Kirche werde bestehen bleiben. Zudem bezweifle er, dass die Kirche mehr Gremien brauche. Vielmehr gelte es, mit bestehenden Gremien gut weiterzuarbeiten. „Wir werden vielleicht noch besser lernen müssen, einander ernst zu nehmen, aber ich glaube nicht, dass wir hier viel neu erfinden müssen – und erst recht keine zusätzlichen Gremien einführen."

Einheit anzustreben ist das Wesen des bischöflichen Amtes

Weiter wies Gössl im Interview darauf hin, dass es in Deutschland bereits synodale Elemente gebe, „etwa durch die vielen Gremien, in denen Laien an den Entscheidungsprozessen beteiligt sind, aber die Entscheidungen am Ende nicht selbst treffen – außer in der Frage der Finanzen“. In den Pfarrgemeinden könnten Pfarrer manchmal nicht so handeln , „wie es der Pfarrgemeinderat möchte“. Zugleich könnten sie nicht „andauernd anders als das Gremium“ entscheiden.

Was das Thema „Homosexualität“ angeht, so will der Weihbischof nicht „ausschließen, dass es bei diesem Thema ein Weiterdenken geben wird – selbst angesichts der jüngsten Äußerungen aus Rom“. Möglicherweise werde es „irgendeine Form von Segnungsfeiern in der Zukunft“ geben — jedenfalls dann, „wenn die Lehre der Kirche sich dahingehend weiterentwickelt, dass im Zusammenhang mit Homosexualität nicht mehr von schwerer Sünde die Rede ist“. Bei allem „Streit um Sachfragen und Befindlichkeiten“ gelte es, eine „möglichst große Einheit in Ortskirche und Weltkirche“ anzustreben. Das sei auch „Wesen des bischöflichen Amtes“, so Gössl. In puncto „Synodalität befinde sich die Kirche allerdings noch „auf einem Lernweg“.

Persönliche Gottesbeziehung unerlässlich

Grundsätzlich sieht Gössl es als unerlässlich an, die Menschen „in eine Gottesbeziehung zu führen". Das gehe nur durch authentische Vorbilder im Glauben, wie die Heiligen des Karmel. „Teresa von Avila, Therese von Lisieux oder auch Johannes vom Kreuz könnten auch den Gottsuchern unserer Zeit wichtige Impulse geben“, ist Gössl überzeugt, der nicht nur selbst die Beziehung zu Jesus Christus „von Kindheit an verehrt und geliebt“ habe, sondern auch karmelitisch und benediktinisch geprägt sei und sich für die Neuevangelisierung engagiert.

Der gebürtige Münchner macht keinen Hehl aus seiner konservativen Grundhaltung. Bei den Synodalversammlungen war er bei den Debatten das ein oder andere Mal auf der Seite der Minderheit zu finden. Er selbst bekannte aber, dazugelernt und persönlich eine Entwicklung durchgemacht zu haben. Gössl ist im Erzbistum Bamberg aufgewachsen. Dort wurde er auch zum Priester geweiht und war dort seit 2014 Weihbischof. Nach dem Rücktritt von Erzbischof Ludwig Schick vor einem Jahr führte er die Geschäfte als Diözesanadministrator weiter. Nun ernennte ihn der Papst zum Erzbischof von Bamberg.  DT/dsc

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