Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Synodaler Weg

Zentralkomitee erteilt bischöflicher Sperrminorität eine Absage

Reformen sollen in allen Bistümern umgesetzt werden. ZdK-Präsidentin nennt Kirche „absolutistisches Machtsystem“ und „verkrustet“.
Irme Stetter-Karp nennt Kirche „absolutistisches Machtsystem“ und „verkrustet“.
Foto: Christian Ditsch via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Irme Stetter-Karp , Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, erhob im Rahmen der jüngsten Vollversammlung des ZdK scharfe Reformforderungen.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat auf seiner jüngsten Vollversammlung am vergangenen Wochenende seine Entschlossenheit bekräftigt, den eingeschlagenen Reformkurs fortzusetzen. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp betonte in ihrer Auftaktrede, sie bestehe darauf, dass die Beschlüsse des im Februar beendeten Reformprojekts Synodaler Weg in allen deutschen Bistümern umgesetzt würden. Die Laienpräsidentin äußerte sich in ihrem Bericht „wütend“ über die jüngsten Reaktionen einiger Bischöfe und Kurienkardinäle auf die Beschlüsse des Synodalen Weges. Sie nannte in dem Zusammenhang die Absage aus Rom an eine Taufvollmacht für Laien. „Wir erleben eine Kirche, in der Männer ihre Macht zementieren“, sagte sie.

Lesen Sie auch:
Lesen Sie auch:

Ende der Kirche 

„Als absolutistisches Machtsystem muss diese Kirche ein Ende finden“, forderte sie. Sie bezeichnete die Kirche als „verkrustetes System“ in das der „Wind des Wandels“ hineinwehen müsse. Ferner betonte Stetter- Karp, sie bestehe darauf, dass die Beschlüsse des Synodalen Wegs in allen deutschen Diözesen umgesetzt würden. Der zur Fortsetzung gemeinsamer Beratungen und Entscheidungen zwischen Bischöfe und den Laienfunktionären initiierte Synodale Ausschuss solle im November wie geplant seine Arbeit aufnehmen. Die Finanzierung des Projekts ist allerdings noch unklar. ZdK-Generalsekretär Marc Frings räumte auf Anfrage vor Journalisten ein, dass beim Verband der Diözesen Deutschlands Entscheidungen zur Finanzierung dieses Projekts noch ausstünden.

Bischöfe führen nicht 

Das ZdK-Präsidium machte ferner deutlich, dass in einem künftigen gemeinsamen Gremium mit der Deutschen Bischofskonferenz einige Regeln des Synodalen Wegs geändert werden müssten. Eine Kopplung von Entscheidungen an eine Zweidrittelmehrheit der Bischöfe werde man nicht mehr akzeptieren, so Stetter-Karp. Sie fügte hinzu, eine Minderheit unter den deutschen Bischöfe habe in den vergangenen Monaten zum Ausdruck gebracht, „dass sie grundsätzliche Legitimationsfragen an den eingeschlagenen Weg stellen“. Stetter-Karp wertete dies als „Zeichen der Schwäche“ in der Deutschen Bischofskonferenz. In diesem Zusammenhang erinnerte sie daran, dass der Synodale Weg nicht auf eine Initiative des ZdK, sondern der Bischofskonferenzen zurückgehe. Der Bochumer Pastoraltheologe Matthias Sellmann sah in der Aussprache den Partner des ZdK, die Bischöfe, am Boden liegen. Die Bischöfe übten seiner Ansicht nach keine Führung aus. Sellmann forderte, das ZdK müsse jetzt eine Führungsrolle übernehmen. DT/Mit Material von KNA

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Bischofskonferenz Deutsche Bischofskonferenz Irme Stetter-Karp Katholische Kirche Synodaler Weg Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Weitere Artikel

Kirche

Zum Auftakt seiner Reise nach Afrika besucht der Papst am Montag die algerische Hauptstadt. Geplant ist ein Treffen mit dem Präsidenten und der Ortskirche.
13.04.2026, 07 Uhr
Meldung
Weltmission sei ein Antidepressivum für unsere Kirchenfrustration, meint Pater Karl Wallner. Über die Sünden des Westens und die Glaubensfreude der afrikanischen Christen.
09.04.2026, 19 Uhr
Stephan Baier
Papst Leo reist in die Heimat seines Ordensvaters Augustinus: Ein Blick in das vor 1600 Jahren erschienene Hauptwerk des Bischofs von Hippo „Vom Gottesstaat“.
11.04.2026, 17 Uhr
Michael Fiedrowicz