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Woelki gibt erneut eidesstattliche Erklärung ab

Von den Missbrauchsvorwürfen im Fall Pilz habe Woelki erst kürzlich erfahren. Das bekräftigt der Kölner Kardinal mit einer dritten Erklärung. Worum es in dem Fall geht.
Kardinal Woelki im November in Rom
Foto: Johannes Neudecker (dpa) | Nächster Vorstoß des Kardinals in der Auseinandersetzung mit der Bildzeitung: die dritte Eidesstattliche Erklärung soll die vorherigen bekräftigen.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat eine dritte eidesstattliche Erklärung im Fall des verstorbenen Sternsinger-Präsidenten Winfried Pilz abgegeben, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Darin geht der Kardinal auf die Interview-Aussage der früheren Personalchef-Assistentin Hildegard Dahm ein, wonach sie bereits 2015 für ein Arbeitstreffen ihres Chefs mit dem Erzbischof eine Liste mit beschuldigten Priestern erstellt habe - darunter Pilz. Dazu schreibt Woelki: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich diese Liste erhalten habe, dass ich diese Liste zur Kenntnis genommen, also angesehen habe.“

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Der Anwalt des Kardinals, Carsten Brennecke, sagte dieser Zeitung gegenüber, der Inhalt der dritten eidesstattlichen Erklärung bestätige nur die vorhergehenden Erklärungen des Kardinals, nach denen er nicht vor Juni 2022 mit dem Fall Pilz befasst worden sei, und dass er mangels Kenntnis auch nicht das Bistum Dresden von den Vorwürfen gegen Pilz in Kenntnis habe setzen können. Der 2019 verstorbene Pilz hatte seinen Ruhestand in Dresden verbracht. Die eidesstattlichen Versicherungen dienen der Glaubhaftmachung der Position des Kardinals in einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Bildzeitung. Diese hatte berichtet, dass Woelki bereits zuvor aus der Personalakte Kenntnis von den Vorwürfen gegen Pilz gehabt habe. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft Köln, ob Woelki in dem Fall eine falsche eidesstattliche Erklärung abgegeben hat.

Davon unberührt ist ein zweiter Fall, in dem die Kölner Staatsanwaltschaft ebenfalls gegen Woelki ermittelt. Dieser dreht sich darum, ob Woelki von Vorwürfen gegen den ehemaligen stellvertretenden Düsseldorfer Stadtdechanten D. gewusst habe, dem sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird. Woelki hatte D. 2017 befördert. Er habe, so der Kardinal, lediglich von einem sexuellen Kontakt des Beschuldigten mit einer Prostituierten und von „weiteren Gerüchten“ gehört. Die ehemalige Sekretärin des verstorbenen Kölner Kardinals Meisner hatte zuletzt ausgesagt, Woelki noch zu seiner Zeit als Kölner Weihbischof telefonisch von Saunabesuchen des Geistlichen mit Messdienern in Kenntnis gesetzt zu haben. Ein Gerichtstermin zu diesem Sachverhalt – hier befindet sich Woelki ebenfalls im Streit mit der Bildzeitung über ihre Berichterstattung - fiel in der Vorwoche aus, er soll nun am elften Januar stattfinden. DT/KNA/jra

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