Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Vor dem Konklave

Woelki: Eigeninteressen dürfen bei Papstwahl keine Rolle spielen

Auch sei ist „implizit ausgeschlossen, dass man sich selber wählt“, so der Kölner Kardinal zum bevorstehenden Konklave in Rom.
Kardinal Rainer Maria Woelki nimmt zum zweiten Mal an einem Konkave teil
Foto: IMAGO/Christoph Hardt (www.imago-images.de) | Kardinal Rainer Maria Woelki nimmt zum zweiten Mal an einem Konkave teil

Beim Konklave zählten nur das Wohl der Kirche und das Gemeinwohl, erklärte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Samstag gegenüber der „Rheinischen Post“. „Damit ist implizit ausgeschlossen, dass man sich selber wählt.“ So sei es im Reglement für eine Papstwahl festgehalten. Auch sollten persönliche Vorteile oder Eigeninteressen keine Rolle spielen, der Kardinal, der mit zwei weiteren Deutschen zum Konklave nach Rom fährt.

Lesen Sie auch:

Der Kölner Erzbischof nimmt zum zweiten Mal an einem Konkave teil und hält ein längeres Konklave für möglich. So würden es einige Kardinäle einschätzen, die schon einige Konklave erlebt hätten. Grund sei das seit Papst Franziskus größere Kardinalskollegium, welches zudem deutlich internationaler geworden sei. Woelki wörtlich: „Jeder von uns hat seine eigene Sicht auf die Welt und auf die Kirche. Das ist gut so. Die Herausforderung für uns ist es, aus diesen ganz unterschiedlichen Kandidaten den Einen zu erkennen, den Gott zum Papst berufen will.“

Abgeschottet von der Außenwelt

Während des Konklaves werden die 133 wahlberechtigten Kardinäle komplett von der Außenwelt abgeschottet sein. Wie Woelki erklärte, wird jeder Kardinal ein Einzelzimmer beziehen. Alle elektronischen Geräte müssten abgegeben werden. „Die Fenster im Zimmer werden versiegelt, die Fensterläden verschlossen. WLAN und Telefonempfang gibt es auch nicht“, so der 68-Jährige. So könne man sich „ganz auf die Wahl des neuen Papstes konzentrieren“.

Von weltweite 252 katholischen Kardinäle sind 135 unter 80 Jahre alt und damit wahlberechtigt. Zwei reisen nicht an. Aus Deutschland werden neben Woelki auch Kardinal Reinhard Marx (71) aus München und der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller (77) mitwählen. Drei weitere deutsche Kardinäle sind über 80 und damit nicht mehr wahlberecht: Friedrich Wetter (97), Walter Brandmüller (96) und Walter Kasper (92).  DT/dsc

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Gerhard Ludwig Müller Kurienkardinäle Papst Franziskus Reinhard Marx Walter Brandmüller

Weitere Artikel

Das Synodale Nationalgremium nimmt Formen an. Trotz päpstlicher Weisungen schafft die Kirche in Deutschland Fakten jenseits des kirchlichen Lehramts. Eine Chronologie.
03.11.2025, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Wie Sedisvakanz und der neue Papst zum Durchlauferhitzer des Heiligen Jahrs wurden.
20.12.2025, 09 Uhr
Guido Horst

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting