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Viganò fordert McCarrick zu öffentlichem Schuldbekenntnis auf

Für den früheren Washingtoner Erzbischof McCarrick sei es an der Zeit, sich öffentlich zu seinen „Sünden, Verbrechen und Sakrilegen“ zu bekennen, schreibt der ehemalige Vatikan-Diplomat Carlo Viganò.
Carlo Maria Vigano fordert McCarrick zu öffentlicher Reue auf
Foto: Romano Siciliani (KNA) | „Was wirklich zählt und was diejenigen, die Sie lieben und für Sie beten, mit Trauer erfüllt, ist die Tatsache, dass Sie über all die Monate hinweg noch kein Zeichen der Reue gezeigt haben“, schreibt Viganò an McCarrick.

Der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Carlo Maria Viganò, hat den früheren Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick in einem Brief zu einem öffentlichen Schuldbekenntnis aufgefordert. McCarrick wird vorgeworfen, über Jahrzehnte hinweg minderjährige Seminaristen missbraucht zu haben. Da eine Entscheidung der Glaubenskongregation über seine Personalie unmittelbar bevorstehe, müsse McCarrick die verbleibende Zeit nutzen und sich öffentlich zu seinen „Sünden, Verbrechen und Sakrilegen“ bekennen, so der italienische Erzbischof in seinem Brief, der im Blog des früheren italienischen Vatikankorrespondenten Marco Tosatti veröffentlicht wurde.

Viganò: Bete für die Umkehr McCarricks

„Was wirklich zählt und was all jene, die Sie lieben und für Sie beten so traurig macht, ist die Tatsache, dass Sie über all die Monate kein Zeichen von Reue gezeigt haben.“, schreibt Viganò. Er selbst bete für die Umkehr McCarricks und dafür, dass dieser seine Opfer und die Kirche um Verzeihung bitte.

Darüber hinaus könne McCarrick noch etwas anderes von großer Bedeutung bewirken, schreibt Viganò weiter und legt dar, weshalb er den ehemaligen Washingtoner Erzbischof in einer Position sieht, in der er viel Gutes für die Kirche tun könne. „Sie sind in einer Position, der Kirche Gutes zu tun. Sie können jetzt sogar etwas tun, das für die Kirche wichtiger ist als alle guten Taten Ihres Lebens“, so der emeritierte Vatikan-Diplomat. Denn ein öffentliches Schuldbekenntnis würde einer „schwer verwundeten und leidenden Kirche“ ein großes Maß an Heilung zuteil werden lassen. „Sind Sie gewillt, ihr dieses Geschenk zu unterbreiten?“, fragt Viganò.

Viganò hatte sich bereits im Augst verganenen Jahres im Fall McCarrick zu Wort gemeldet: In einem Schreiben warf er Papst Franziskus vor, schon lange über die Vergehen des früheren Washingtoner Erzbischofs informiert gewesen zu sein, jedoch keine Maßnahmen ergriffen zu haben. Für diesen Schritt erhielt Viganò Lob und Kritik gleichermaßen. Seine Vorwürfe bekräftigte der 77-Jährige in einem weiteren Schreiben.

Schuldbekenntnis würde leidender Kirche Heil zuteil werden lassen

Gerüchten zufolge soll McCarrick bald in den Laienstand versetzt werden. Bereits im Juli vergangenen Jahres war er von Papst Franziskus aus dem Kardinalsstand entlassen worden. Die Erzdiözese New York hatte zuvor die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den Kirchenmann als substanziell eingestuft. Inzwischen lebt McCarrick in einem Kapuzinerkloster im US-Bundesstaat Kansas. 

DT/mlu

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