Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Mariä Himmelfahrt

Ein Fest des Trostes und der Hoffnung

Manchmal spüren Kinder intuitiv besser als Erwachsene, worauf es ankommt. Bei „Mariä Himmelfahrt" geht es weniger darum, ob Maria gestorben ist, als um die Hoffnung auf die Auferstehung und die Vollendung des Menschen bei Gott.
Maria Himmelfahrt. Antonio Busca, Varese Maria Himmelfahrt. Die Dreifaltigkeit von Gottvater, Jesus und dem Heiligen Gei
Foto: IMAGO/Zoonar.com/Martin Jung (www.imago-images.de) | Die Dreifaltigkeit empfängt die von Engeln emporgetragene Maria im Himmelreich. Barockes Fresko von Antonio Busca von 1667 in der Kuppel der Kirche Santuario della Madonnina in Prato in Varese, Lombardei, Italien.

Während sich Theologen und Philosophen seit Jahrhunderten den Kopf darüber zerbrechen, ob Maria vor ihrer Aufnahme in den Himmel gestorben ist oder nicht, dringen Kinder direkt zum Wesentlichen vor: „Wichtig ist doch nur, dass sie mit dem Leib im Himmel ist, wie Jesus“, sagte einmal ein Junge. Und tatsächlich ist genau das die Kernaussage des Festes Mariä Himmelfahrt.

Lesen Sie auch:

Maria kam als die Makellose auf die Welt, um den makellosen Sohn Gottes in Empfang zu nehmen und ihm eine irdische Mutter und vor allem Miterlöserin – und nach Auffassung mancher Theologen auch Mitsiegerin – zu sein. Aufgrund ihrer Makellosigkeit und weil sie alle Stationen des Heilsweges, den auch Jesus gegangen ist, durchlaufen hat, scheint es folgerichtig, dass auch sie vor der Verwesung bewahrt blieb. Analog zu Jesu Himmelfahrt, wurde auch Maria in den Himmel aufgenommen. Damit wurde ihr bereits zuteil, was allen anderen Geschöpfen erst noch bevorsteht: Sie wurde – wie zuvor Jesus – mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen, ein Dogma, das Papst Pius XII. 1950 proklamiert hat. 

„Zeichen der Hoffnung und Quelle des Trostes“

Im Eucharistischen Hochgebet des Festtages heißt es, dass Maria als Erste von Christus die Herrlichkeit empfing, „die uns allen verheißen ist, und wurde zum Urbild der Kirche in ihrer ewigen Vollendung“. Es ist ein Verweis auf das Ende aller Zeiten, wenn alle mit ihrem Leib in der Ewigkeit verherrlicht werden sowie, so das Hochgebet weiter, „ein untrügliches Zeichen der Hoffnung und eine Quelle des Trostes“.

Quelle des Trostes – wofür eigentlich? Das mag manch einer fragen. Wie die Auferstehung Christi ist auch Marias Himmelfahrt, genauer gesagt das Handeln Gottes an ihr, ein Beweis dafür, dass Christus den Tod endgültig überwunden hat. Weiter gedacht bedeutet es, dass die Macht des Todes besiegt ist, der Tod nicht das letzte Wort hat und jeder Mensch seinen Lebensweg am Ende in Gottes Herrlichkeit vollenden darf.

Die Frage nach dem Sterben oder Nichtsterben Marias hat übrigens auch Pius XII. bewusst offengelassen: Im Dogmentext „Munificentissimus Deus“ heißt es, Maria sei „nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes“ aufgenommen worden. Diese Formulierung behauptet weder das Sterben Mariens noch schließt sie es aus. Somit trug Pius XII. sowohl der lateinischen Tradition Rechnung als auch der Ostkirche, die das Fest als „Entschlafung“ begeht.

Fürsprecherin bei Gott

Im Konzilsdokument „Lumen Gentium“ wird Maria als Urbild und Anfang der vollendeten Kirche bezeichnet. Nachdem sie in die Herrlichkeit aufgenommen worden ist, wurde sie „als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu werden, dem Herrn der Herren (vgl. Offb 19,16) und dem Sieger über Sünde und Tod“. So hat die Kirche auch Offenbarung 12 auf Maria bezogen: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt“ (Offb 12,1).

Außerdem ist Maria eine besondere Fürsprecherin bei Gott. Als solche haben Heilige sie immer wieder hervorgehoben, darunter Bernhard von Clairvaux, Alfons Maria von Liguori und Maximilian Kolbe. Von ihnen und anderen Heiligen lernt die Kirche das Vertrauen gegenüber der Gottesmutter, die den Menschen sicher zu Christus führt. Wer sich ihr, der Makellosen und im Himmel über alle Engel und Seligen Erhöhten, anvertraut, kann nicht fehlgehen.

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Dorothea Schmidt Christi Auferstehung Jesus Christus Mariä Aufnahme in den Himmel Mutter Jesu Maria Pius XII. Päpste

Weitere Artikel

Wie kann man sich Gott vorstellen? In Urschalling ist ein außergewöhnliches Beispiel für den tastenden Versuch christlicher Kunst erhalten, die Trinität darzustellen.
21.06.2026, 07 Uhr
Hartmut Sommer
Der amerikanische Erzbischof Fulton Sheen wird am 24. September in St. Louis seliggesprochen.
03.04.2026, 15 Uhr
Margarete Strauss
Ein Gespräch mit Pater Matthias Gaudron von der Priesterbruderschaft St. Pius X. und Pater Sven Leo Conrad von der Petrusbruderschaft über das, was Traditionalisten trennt und eint.
01.07.2026, 17 Uhr
Regina Einig Benjamin Leven

Kirche

Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser