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Viganò bekräftigt Vorwürfe in neuem Schreiben

Dass Papst Franziskus die von ihm erhobenen Vorwürfe bisher nicht abgestritten habe, deutet Erzbischof Viganò in einem neuen Brief als Zustimmung. Viganò selbst fühlt sich von Franziskus „verleumdet“.
Viganò bekräftigt Vorwürfe gegen Franziskus
Foto: Danny Lawson (PA Wire) | Papst Franziskus habe bereits häufiger homosexuelle Geistliche verteidigt, die Erwachsene und auch Minderjährige sexuell schwer misshandelt hätten, behauptet der emeritierte US-Nuntius Viganò.

Der italienische Erzbischof Carlo Maria Viganò hat sich erneut in einem Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt. Einen Monat nachdem er Papst Franziskus und weitere hochrangige Amtsträger im Vatikan der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen US-Kardinal Theodore McCarrick beschuldigte, äußert sich Viganò nun in einem Brief dazu, wie Franziskus auf die Anschuldigungen reagierte. Der Papst hat bislang zu den Vorwürfen geschwiegen.

Viganò: "Wenn sie meine Aussagen zurückweisen, müssen sie das nur sagen"

Weder Papst Franziskus noch einer der Kardinäle in Rom habe die „Fakten“ abgestritten, die er in seinem Zeugnis dargelegt habe, schreibt Viganò in einem Brief, der gestern auf dem amerikanischen Portal "Lifesitenews" veröffentlicht wurde. „Wenn sie meine Aussagen zurückweisen, müssen sie das nur sagen, und ihre Verneinung mit Belegen stützen“, so der emeritierte Apostolische Nuntius in den USA. Die Tatsache, dass die Beschuldigten bisher nicht das Gegenteil bewiesen hätten, lasse nur den Schluss zu, dass seine Behauptungen der Wahrheit entsprächen, so Viganò.

Viganò deutet das Schweigen des Papstes in seinem jüngsten Brief nicht nur als Zustimmung – er übt darüber hinaus auch deutliche Kritik an Franziskus für dessen Umgang mit den Vorwürfen. Anstatt schlicht zu sagen „Viganò lügt“, habe der Papst ihn auf subtile Weise verleumdet, beklagt der Erzbischof. „Und Verleumdung ist ein Vergehen, das er oft mit der Schwere eines Mordes verglichen hat.“

Viganò beschuldigt Franziskus, weitere Missbrauchstäter beschützt zu haben

Die Weigerung des Papstes, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, sowie seine „Taubheit“ gegenüber den Bitten der Gläubigen, Verantwortung zu übernehmen, seien kaum in Einklang zu bringen mit seinen Forderungen nach Transparenz und Brückenschlagen, stellt Erzbischof Viganò weiter fest. Zudem sei es nicht der einzige Fehler gewesen, die Vorwürfe gegen McCarrick zu vertuschen. Papst Franziskus habe bereits häufiger homosexuelle Geistliche verteidigt, die Erwachsene und auch Minderjährige sexuell schwer misshandelt hätten.

In seiner jüngsten Wortmeldung spricht Erzbischof Viganò auch über die Umstände, die ihn zur Veröffentlichung seines ersten, elf Seiten umfassenden Schreibens gebracht hatten. Er habe sich dazu nach einer ausgedehnten Phase der Reflexion und des Gebets entschieden – Monate, in denen er schwerer Qualen erlitten habe. Nachdem die Meldungen über Fälle sexuellen Missbrauchs innerhalb der Kirche immer zahlreicher geworden seien, habe er sich schließlich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu treten.

Sein Gewissen sei rein, so Viganò

„Im vollen Bewusstsein der enormen Konsequenzen, die mein Zeugnis haben könnte, da meine bevorstehenden Enthüllungen ja den Nachfolger Petri selbst betrafen, entschied ich mich dennoch dazu, zu sprechen, um die Kirche zu schützen“, schreibt Viganò. Mit reinem Gewissen erkläre er vor Gott, dass seine Aussagen der Wahrheit entsprächen.

DT/mlu

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