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„Neuer Anfang“: Christliches Menschenbild steht zur Debatte

Die Anthropologie des Dokuments "Dignitas infinita" ist mit der des Synodalen Wegs grundsätzlich unvereinbar, schreibt die Initiative.
Neuer Anfang zu Dignitas infinita
Foto: imageBROKER/MatsxSilvan (iamgo-images) | Wer die Erklärung bejahe, stelle sich „in die maßgebliche und verbindliche Hauptlinie christlicher Anthropologie“.

Die Initiative „Neuer Anfang“ sieht in der römischen Erklärung zur Würde des Menschen, "Dignitas infinita", einen Lackmustest. In einer Pressemitteilung vom Dienstag heißt es, das christliche Menschenbild stehe jetzt zur Debatte. Besonders vor dem Hintergrund des Synodalen Weges sei dabei „die sehr skeptische Sicht der Gendertheorie und ihres Umfelds“ besonders wichtig, „denn die Anthropologie von „Dignitas infinita“ und die Anthropologie in den Dokumenten des Synodalen Weges sind nicht nur in Einzelfragen, sondern grundsätzlich unvereinbar“.

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Weiter schreibt die Initiative, dass die Erklärung Teil des ordentlichen Lehramts des Papstes und daher verbindlich sei. Wer die Erklärung bejahe, stelle sich „in die maßgebliche und verbindliche Hauptlinie christlicher Anthropologie“. Wer sie ablehne, habe „die Anthropologie des historischen Christentums und damit die verbindliche christliche Tradition verlassen“.  

Würde ist nicht an kognitive Leistungen gebunden

Als besonders relevant für die weltweit stattfindenden gesellschaftlich-politischen Debatten zum Thema hebt der „Neue Anfang“ jenen Aspekt aus dem Schreiben hervor, wonach jeder Mensch, vom Embryo bis zum Sterbenden, Person und damit „Träger unbedingt zu achtender Würde“ sei. Entsprechend werde Person und Würde nicht an bestimmte kognitive Leistungen gebunden, nach denen beispielsweise „ein schwer hirngeschädigter Mensch im Wachkoma nicht mehr als Person mit unbedingt zu achtender Würde und unverbrüchlichen Menschenrechten gilt“.

Ebenso wichtig sei, dass die Erklärung die ursprüngliche Konzeption von Menschenwürde und Menschenrechten entfalte und vertiefe, sich zugleich aber gegen Erweiterungen wehre, wie etwa gegen das sogenannte „Menschenrecht auf Abtreibung“, Armut und gegen die Transgenderproblematik. Hier solle die Aufmerksamkeit „für die Vielfalt von Bereichen, in denen es um die Würde des Menschen und ihre Verletzung“ gehe, geweckt werden.

Würde des Menschen nicht nur für religiöse Minderheit relevant

Das zentrale Element von der „unendlichen Würde“ der Person, die sich aus der Selbsterfahrung des Menschen „vor dem Ruf und dem Antlitz des Gottes der biblischen Offenbarung“ entwickle und bis hin zur geschöpflichen Freiheit entfalte, führe schließlich hinein in den christlich-jüdischen Personalismus des 20. Jahrhunderts.

Wie die Initiative weiter ausführt, habe die "jüdisch-christlichen Offenbarung zugleich eine philosophische Entdeckungsgeschichte freigesetzt“, weshalb die „Wirklichkeit der Würde des Menschen auch der philosophischen Erschließung zugänglich ist und damit nicht etwa das politisch-gesellschaftliche irrelevante Sondergut einer religiösen Minderheit darstellt“. Dies sei angesichts der Debatten weltweit von größter Bedeutung.  DT/mlu

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