Vatikanstadt

Nach umstrittenem Interview: Müller verteidigt sich gegen Kritik

In dem jüngst veröffentlichten Interview zur Corona-Politik gebe es keine „antisemitischen Chiffren“, so Kardinal Müller. Die These vom „Big Reset“ der globalen Welt verteidigt er.
Kardinal Gerhard Müller weist die Vorwürfe zurück
Foto: Cristian Gennari (KNA) | Der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation weist die Vorwürfe zurück: „Im Interview gibt es überhaupt keine Chiffren."

Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Müller hat die deutlichen Kritik an seinen Äußerungen zur Corona-Politik und der Pandemiebekämpfung zurückgewiesen. Auch den Vorwurf, in dem Interview, das er dem österreichischen Aktivisten Alexander Tschugguel gegeben hatte, bediene er sich „antisemitischer Chiffren“, bestreitet er. „Im Interview gibt es überhaupt keine Chiffren. Zitiert wird die Bibel mit dem Hinweis auf die Erschaffung des Menschen nach dem Bild und Gleichnis Gottes“, so der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation gegenüber der Nachrichtenseite „CNA Deutsch“. 

Nichtvorhandenes aus unbekanntem Zoomgespräch herausgelogen

Von sich selbst spricht Müller als „einem altgedienten Theologieprofessor“, dem man "antisemitische Chiffren" andichten wolle. Man solle diese jedoch wissenschaftlich belegen „und nicht auf den dialektischen Trick verfallen, irgendetwas Nichtvorhandenes aus einem unbekannten Zoomgespräch herauszulügen“.

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Für breite Empörung hatten Müllers Äußerungen gesorgt, die Corona-Politik der Staaten in dieser Welt werde von einer Finanzelite genutzt, um „die Menschen jetzt gleichzuschalten“ und einer „totalen Kontrolle“ zu unterziehen. Namentlich nannte der Kardinal als Protagonisten einer „nicht legitimierten Einflussnahme der superreichen Eliten in verschiedenen Ländern“ den Milliardär Bill Gates, den Investor Georg Soros und den Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab, den Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos. Diese, so Müller, wollten über die Bekämpfung der Pandemie einen Überwachungsstaat auf Erden etablieren und eine „neue Schöpfung“ beziehungsweise einen neuen Menschen nach ihrem Bild schaffen.

Müller: Gute Leute, von manipulierten Meldungen aufgehetzt

Nachdem er für seine Aussagen von mehreren Politikern, aber auch zahlreichen Theologen und Religionswissensschaftlern kritisiert worden war, erklärt der 73-Jährige nun gegenüber „CNA Deutsch“, es sei „traurig“, wie sich auch gute Leute von manipulierten Meldungen aufhetzen ließen. „Die meisten, die sich empören, kennen weder das Interview - außer in der verfälschten Fassung -, noch geben sie zu erkennen, dass sie auch nur die leiseste Ahnung von Kirche und Theologie haben.“ Jeder, der eine christliche Bibel mit dem Alten und Neuen Testament in die Hand nehme, würde verstehen, „wie tief Judentum und Christentum im Glauben an Gott den Schöpfer der Welt und liebenden Vater aller Menschen innerlich verbunden sind“.

Während Kardinal Müller betont, der Begriff „finanzielle Eliten“ stamme nicht von ihm, verteidigt er die These vom „Big Reset“. Mit „finanziellen Eliten“ seien in der Gesellschaftskritik jene gemeint, „die die Lösung aller Probleme der modernen Welt ausschließlich mit der Strategie von wirtschaftlichen Unternehmen erreichen wollen und damit den Big-Reset von der globalen Welt anstreben - eine Welt, bar der Vielheit der Religionen, Kulturen, Staaten und Nationen, ja eine Welt als ein einziger großer Markt“.  DT/mlu

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