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Medjugorje-Friedensgebet: Mit Gottes Hilfe

Im Zeichen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine fand am Dienstag das 15. Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom statt.
Bischof Stanislaw Szyrokoradiuk kam am Dienstag zum Friedensgebet nach Wien
Foto: Kathpress/Pernsteiner | Der römisch-katholische Bischof von Odessa-Simferopol, Stanislaw Szyrokoradiuk, kam am Dienstag zum Friedensgebet nach Wien.

Bis auf die letzte Reihe war das historische Gotteshaus in der Innenstadt von Wien gefüllt. Alte und Junge, Einzelpersonen und ganze Familien sowie hunderte Ordensleute und Priester fanden sich dort zum alljährlichen Gebetstreffen ein – dieses Mal, um gemeinsam für das Ende des Krieges und den anhaltenden Frieden in der Ukraine zu beten und die Heilige Messe mit Christoph Kardinal Schönborn im Gedenken an die vielen Opfer von Gewalt und Ungerechtigkeit zu feiern.

Vereint im Gebet für den Frieden

Organisiert und veranstaltet wurde das mehrstündige Zusammentreffen von verschiedenen religiösen Gemeinschaften der Erzdiözese Wien, darunter der Oase des Friedens und der Johannesgemeinschaft des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens, unter direktem Verweis auf den oftmaligen Aufruf zum Gebet für den Frieden der Gottesmutter Maria im herzegowinischen Wallfahrtsort Medjugorje, wie etwa zuletzt am 25. August 2022: „Liebe Kinder, Gott erlaubt mir, mit euch zu sein und euch auf den Weg des Friedens zu führen, damit ihr so, über den persönlichen Frieden, den Frieden in der Welt aufbaut.“

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Neben dem ebenso erhellenden wie alarmierenden Bericht von Magnus MacFarlane-Barrow, dem Gründer der international agierenden Ernährungsinitiative „Mary´s Meal“, über die katastrophalen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die allgemeine, weltweite Versorgungslage – „Noch nie gab es so viele Nahrungskrisen wie jetzt!“ –, und die spirituellen Impulse von Ivan Dragicevic, einem der „Seher von Medjugorje“, waren es im Besonderen die ausgewogenen und um echte Solidarität werbenden Schilderungen des Bischöfe von Odessa-Simferopol, Stanislaw Szyrokoradiuk, der auf seinem ersten Auslandsaufenthalt seit Kriegsbeginn vor knapp sieben Monaten über das Leben, Sterben, Bangen und Hoffen in seiner Diözese berichtete.

„Die Ukraine will niemandes Diener sein“

Im Vorgespräch mit der „Tagespost“ sagte der Bischöfe: „Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die mein Land zurzeit erfährt, aber es muss auch gesagt werden dürfen, dass Europa erst langsam aufgewacht ist, denn dieser Krieg fing bereits im Jahre 2014 an, mit der erzwungenen Annexion der Halbinsel Krim durch Russland. Damals stellte sich Europa schlafend und unternahm nichts, um Präsident Wladimir Putin aufzuhalten. Das Ergebnis war jedoch nicht, wie vielleicht erwartet wurde, eine Sättigung, sondern eine Steigerung des Hungers nach illegitimen Gebietsansprüchen.“

Auf die Frage dieser Zeitung, wie er die Begründungen Putins bewerte, meinte der römisch-katholische Bischöfe von Odessa, die Ukraine müsse „bestimmt nicht entnazifiziert werden, das ist eine glatte Lüge“. Die wahren Gründe, weshalb Russland diesen ungerechten Angriffskrieg gestartet habe, seien diese: „Erstens, weil die Ukraine von Russland unabhängig werden will. Zweitens, weil damit eine absolute Befreiung von der kommunistischen Ideologie und Geschichte notwendig wird. Und drittens, weil sich die Ukraine in Europa integrieren möchte.“ Das wolle Putin keinesfalls zulassen. „Nach seinem Verständnis ist man entweder ein Sklave oder ein Feind von Russland. Aber die Ukraine will niemandes Diener sein.“

Priester müssen sich um Evangelisierung kümmern, nicht um Politik

Als Bischöfe sage er den 72 Priestern in seiner Diözese, dass sie sich um die Evangelisierung und das Wohl der Seelen kümmern müssen, nicht um die Politik. „Das ist nicht unser Auftrag. Darum kümmern sich andere. Wir müssen für die Armen, die Hungernden, die Verletzten und die Obdachlosen da sein, ihnen täglich Mut zusprechen und Trost spenden.

Für sie und mit ihnen beten wir, auch dadurch kann ein Sieg errungen werden.“ Bischöfe Stanislaw Szyrokoradiuk zeigt sich fest davon überzeugt, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnen wird. „Und dafür treffen wir uns zu diesem Friedensgebet in Wien. Gott hilft uns!“

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