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Medjugorje: Erzbischof Hoser plant Ausbau

Der Apostolische Visitator für Medjugorje bezeichnet den Ort als „spirituelle Lunge Europas“ und will die Infrastruktur der Pilgerstätte verbessern.
Hoser will Medjugorje ausbauen
Foto: Rolf Haid (dpa) | Zu den Plänen des emeritierten Bischofs von Warschau-Praga gehört es, noch mehr Gottesdienste in verschiedenen Sprachen zu feiern und die Ausstattung des Ortes für die zahlreichen jungen Pilger auszubauen.

Der polnische Erzbischof Henryk Hoser will den Pilgerort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina erweitern. Zu den Plänen des emeritierten Bischofs von Warschau-Praga gehört es, noch mehr Gottesdienste in verschiedenen Sprachen zu feiern und die Ausstattung des Ortes für die zahlreichen jungen Pilger auszubauen, die Medjugorje aufgrund der angeblichen Marienerscheinungen aufsuchen. Dies teilte Hoser in einem neuen Jugendzentrum in Warschau mit.

Ausreichend Raum für Gottesdienste zur Verfügung stellen

„Medjugorje ist die spirituelle Lunge Europas, ein Ort, an dem Million Menschen Gott und die Herrlichkeit der Kirche erfahren“, so der ehemalige Kurienerzbischof, der von Papst Franziskus am 31. Mai dieses Jahres zum Apostolischen Visitator für Medjugorje bestellt worden war. Zuvor war Hoser bereits Sonderbeauftragter für den Pilgerort. Es gelte nun, die Infrastruktur des Ortes zu verbessern, vor allem, indem ausreichend Raum für Gottesdienste zur Verfügung gestellt werde.

„Wir müssen aber auch die Ruheorte ausbauen und neuen Raum schaffen, um die Eucharistie zu Feiern, besonders für Pilger“, erklärte Erzbischof Hoser. Vielen sähen nur die soziologische Seite der Kirche, die auch das Gesicht der Sünder trage, so der polnische Erzbischof weiter, jedoch nicht deren religiöse Mission. „Wir tragen alle Verantwortung für die Kirche – wir sind dazu aufgerufen, Apostel, Evangelisierer und Lehrer zu sein, immer mit den Mitteln, die Gott uns zur Verfügung gestellt hat“, so Hoser weiter.

Marienerscheinungen in Medjugorje vom Vatikan nicht anerkannt

Medjugorje zieht jedes Jahr Tausende Pilger an, nachdem sechs Jugendliche im Jahr 1981 berichtet hatten, ihnen sei dort die Jungfrau Maria erschienen. Seitdem gibt es Behauptungen von insgesamt mehr als 40 000 Erscheinungen. Die katholische Kirche erkennt die Erscheinungen bisher jedoch nicht offiziell an.

Der Bericht einer päpstlichen Kommission zur Untersuchung der angeblichen Erscheinungen, einberufen im Jahr 2010, wurde bislang nicht öffentlich gemacht. Franziskus enthüllte jedoch einige Punkte des Berichts, als er über die Arbeit der Kommission sprach. Pilger, die Medjugorje aufsuchten, verdienten spirituelle Seelsorge und Unterstützung, so der Papst. Er äußerte allerdings auch seine Zweifel an fortdauernden Marienerscheinungen in Medjugorje.

DT/mlu

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