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Lackner: Nicht schweigen zu Krieg und Antisemitismus

Nach Störaktion bei den Salzburger Festspielen: Erzbischof Franz Lackner kritisiert den zunehmenden Antisemitismus in Österreich und verurteilt Krieg und Terror im Heiligen Land.
Erzbischof Franz Lackner
Foto: photonews.at/Georges Schneider via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, fürchtet zunehmenden Antisemitismus in Österreich.

Den wachsenden Antisemitismus in Österreich und zugleich den Krieg und Terror im Heiligen Land hat der Salzburger Erzbischof und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Franz Lackner, am Dienstag in einer Erklärung verurteilt. Er zeigte sich bestürzt über antisemitische Vorfälle in Österreich und rief die gesamte Gesellschaft zum Einsatz gegen Antisemitismus auf. Wörtlich heißt es in der Erklärung Erzbischof Lackners: „Wir können es nicht hinnehmen, wenn das Heilige Land in Krieg und Grausamkeit versinkt. Wir können nicht schweigen, wenn die Hamas im größten Pogrom seit 1945 Tausende Juden grausam ermordet und etliche entführt. Wir können nicht schweigen, wenn immer noch Geiseln in Kellern gefangen gehalten werden.“

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Doch wenngleich man das Existenz- und Selbstverteidigungsrecht Israels anerkenne, könne man ebenso wenig schweigen, wenn der Krieg, der so entfesselt wurde, fast zwei Jahre später Zehntausende zivile Opfer in Gaza gefordert hat, wenn Unzählige, darunter auch Säuglinge und Kinder, durch Hunger und Not gefährdet sind. „Wir können auch nicht schweigen, wenn im Hagel der Bomben und Raketen Kirchen und Hilfseinrichtungen, die Zentren der Hoffnung sein wollen, getroffen werden“, so der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz.

Neue Welle des Antisemitismus

Erzbischof Lackner nimmt in Österreich „eine neue Welle eines kaum noch für möglich gehaltenen Antisemitismus“ wahr. Er wolle auch nicht schweigen, „wenn unser Land, das in historischer und bleibender Verantwortung steht, jüdischem Leben keinen sicheren Ort mehr bieten kann“. Der Salzburger Erzbischof war selbst zugegen, als am Samstag Aktivisten die Eröffnung der Salzburger Festspiele stürmten. Dazu meint Lackner: „Ein gutes Herz wird ihre Forderung nach einem Ende des Krieges in Nahost nachvollziehen. Aber die teilweise vermummten Gesichter und die spürbare Aggression der Aktivisten waren keine Werbung für Verständigung und Frieden, kein Beitrag zur Überwindung des Freund-Feind-Denkens.“

Kritik am Vorgehen in Gaza werde auch in Israel selbst geäußert, darum sei Kritik an der israelischen Regierung „per se nicht antisemitisch“, meint der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Sie werde es aber, „wenn sie jüdische Menschen… aufgrund ihrer Glaubensherkunft trifft, wenn sie jüdisches Leben und Glauben bloßstellt, attackiert, oder direkt gefährdet. Die Fratze des als Israel-Kritik getarnten Judenhasses begegnet immer mehr.“ Lackner wörtlich: „Ein Österreich, in dem berichtet wird, wie Juden der Zutritt auf Campingplätzen verwehrt und in Restaurants kein Essen serviert wird, in dem ihre Gräber beschmiert und ihre Gemeinden bedroht werden, kann und darf nicht sein.“ Dagegen müssten Christen entschieden auftreten. (DT/sba)

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