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Kirchenrechtler Mückl: „Das Gutachten ist eine Anklageschrift“

Die „Tatsachen und Indizien“ im Münchner Missbrauchsgutachten seien so schwach, dass kein Gericht zu einer Verurteilung käme, meint der Kirchenrechtler Stefan Mückl. Und er betont den internationalen Zuspruch für Benedikt.
Mückl: Benedikt hat inneren Frieden nie verloren
Foto: Marijan Murat (dpa) | Auf die Frage, wie Benedikt mit den Vorwürfen gegen seine Person umgegangen sei, erklärte Mückl: „Papst Benedikt hat in der ganzen Zeit den inneren Frieden nie verloren, weil er wusste, er hat sich in der Sache ...

Der Kirchenrechtler Stefan Mückl übt deutliche Kritik am Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl über die Missbrauchsfälle in der Erzdiözese München und Freising. Im Interview mit dem katholischen Sender „K-TV“ spricht Mückl, der an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom lehrt, den Münchner Anwälten die fachliche Kompetenz ab. 

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land

Die Kanzlei habe sich in Wirtschaftsfragen einen Namen gemacht, so der Jurist, verfüge in kirchenrechtlichen Fragen jedoch über keine belastbare Kompetenz. „Das sogenannte Gutachten ist eine Anklageschrift“, betonte. Die angeführten „Tatsachen und Indizien“ seien so schwach, dass kein Gericht zu einer Verurteilung käme.

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Der emeritierte Papst Benedikt XVI., dem in dem Gutachten Fehlverhalten im Umgang mit einem Missbrauchspriester vorgeworfen wird, sei international nicht derart in die Kritik geraten, wie dies in Deutschland der Fall gewesen war. Mückl betonte, er habe aus der ganzen Welt positive Reaktionen sowie Zuspruch und Dank erhalten für den Einsatz für den emeritierten Papst. Gerade in Italien sei man „geradezu entsetzt“ über den Umgang mit Benedikt in Deutschland. Der Kirchenrechtler wörtlich: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.“ 

Mückl: Benedikt hat inneren Frieden nie verloren

Von den deutschen Bischöfen hätte Mückl erwartet, dass diese sich informieren, ehe sie sich äußern, „und mit einem „sensus ecclesiae“ reagieren, der in anderen Teilen der Weltkirche vollkommen selbstverständlich ist“. Der 51-jährige betonte, es wäre schön gewesen, „wenn auch deutsche Bischöfe in ihrer Gesamtheit jene katholische Weite und jene Katholizität bewiesen hätten, wie ihre Amtsbrüder in verschiedenen Ländern der Welt.“ 

Kirchenrechtler Stefan Mückl
Foto: privat | Keinen Grund für deutsche Sonderwege sieht der Kirchenrechtler Stefan Mückl angesichts der Ansagen des Papstes.

Auf die Frage, wie Benedikt mit den Vorwürfen gegen seine Person umgegangen sei, erklärte Mückl: „Papst Benedikt hat in der ganzen Zeit den inneren Frieden nie verloren, weil er wusste, er hat sich in der Sache nichts vorzuwerfen.“ Benedikt sei gelassen geblieben, habe gebetet und seinen üblichen, geistlichen Tagesablauf aufrechterhalten.

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