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Inseln der Wahrheit: Wie Christen als Minderheit leben können 

Michael Fiedrowicz gab Einblicke in das frühe Christentum und dessen Gegenkultur zum Trend der Antike.
Diskussion
Foto: Peter Winnemöller | Fragerunde nach den Vortrag beim Sommerkurs.

Am Nachmittag des dritten Tages der Gustav-Siewerth-Akademie hat der Patrologe Michael Fiedrowicz  über das Thema „Inseln der Wahrheit: Frühes Christentum als Gegenkultur im Raum von Irrtum und Lüge“, gesprochen. Er nannte dabei einige Beispiele für Orte, an denen die frühen Christen die Wahrheiten des Glaubens trotz Widerständen bewahrten. 

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Fiedrowicz begann seinen Vortrag mit dem Verweis auf den Glauben der christlichen Dissidenten in der Zeit des Kommunismus, sodass die Tagungsteilnehmer die Schilderungen über die Alte Kirchengeschichte bereits mit der modernen Perspektive verbinden konnten. Wichtig sei, so Fiedrowicz unter ständiger Bezugnahme auf Kirchenväter, dass die Lüge gemieden und die Wahrheit gelebt werde. Bereits Augustinus habe den Kult des Römischen Reiches mitsamt der Verehrung des Kaisers als göttliche Person scharf kritisiert.

Bewußte Lüge

Darin erkannte Augustinus die „bewusste Lüge als latente Grundlage der römischen Staatsreligion“, so der Referent. Die Christen haben sich dabei auch in Form des Martyriums als Zeugen der Wahrheit erwiesen, da sie lieber den Tod in Kauf nahmen, als in der Lüge zu leben. So handelten die Christen „gegen die Trends der damaligen Zeit: gegen Polytheismus und gegen den Kaiserkult“. 

In einem persönlichen Gespräch mit der Tagespost nannte der Professor dieses Verhalten einen „Nonkonformismus“, zu dem man auch heute vor allem Mut benötige. Die große Lektion der frühen Kirche für heute sei, keine Abstriche zu machen und sich in seinen Glaubensüberzeugungen nicht beirren zu lassen.  

Wichtig waren damals schon und seien auch heute noch die „Inseln der Wahrheit“. Bischof Theophilos von Antiochien, der im 2. Jahrhundert gelebt hatte, bezeichnete mit diesem Begriff bestimmte Sammelplätze, an denen die Lehren der Wahrheit zu finden seien. Das erklärte Fiedrowicz dem Publikum. Er nannte im Anschluss die ersten Gemeinden, philosophische Kreise etwa um den Apologeten Justin, aber auch die christlichen Akademien in Alexandrien und Cäsarea als Beispiele. Auch ein „stickiges Kerkerverlies“ könne eine solche Insel sein, so Fiedrowicz, da sich dort das Zeugnis der Wahrheit entfalte. 

Es gibt noch Inseln 

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine lebendige Fragerunde, bei der das Thema vertieft werden konnte. Von einem Teilnehmer wurde festgehalten, was auch Tertullian bereits beschrieb, nämlich dass in Ländern, in denen Christen verfolgt werden, das Christentum am stärksten wachse. Andere Teilnehmer diskutierten die Frage, wo heute „Inseln der Wahrheit“ zu finden seien und ob es auch Leuchttürme gebe, die den Weg zu diesen Inseln weisen können. 

Heute könne man als Christ diese Form einer Gegenkultur leben, indem man etwa „auf bestimmte sogenannte kulturelle Dinge einfach verzichtet“, zum Beispiel in der Unterhaltungsindustrie, so Fiedrowicz in einem persönlichen Interview. Man müsse dafür stets unterscheiden und dann „das Positive übernehmen und das Verwerfliche ablehnen“. 

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Isabel Wodatschek Bischof Christen Das Römische Reich Gustav-Siewerth-Akademie Kirchenväter Wahrheit

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