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Garabandal: Vatikan erlaubt private Verehrung

Die Kirche erkennt zwar nicht die Echtheit der Marienerscheinungen in Garabandal an, dies bedeutet aber nicht, dass eine „private Verehrung“ untersagt ist.
Kapelle zu Ehren des Erzengels Michael in Garabandal
Foto: Wikicommons/gemeinfrei | In den 1960er Jahren berichteten vier junge Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren, in dem spanischen Ort Garabandal wiederholt Erscheinungen der Jungfrau Maria und des Erzengels Michael erlebt zu haben.

Vor Kurzem erteilte das vatikanische Glaubensdikasterium mit Zustimmung des Papstes das „Nihil obstat“ für die Verehrung der Muttergottes in Medjugorje. In derselben Pressekonferenz, in der Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernández diese Entscheidung verkündete, äußerte er sich auch zu den Marienerscheinungen im spanischen Garabandal.

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Kardinal Fernández erklärte, dass es bei den Ereignissen von Garabandal „keine Hinweise auf eine übernatürliche Natur“ gebe. Diese Aussage deckt sich mit früheren kirchlichen Erklärungen, die ein sogenanntes „Non Constat“ für Garabandal aussprachen. Dies bedeutet, dass keine Beweise für die Echtheit der Erscheinungen vorliegen, aber auch nicht ausgeschlossen wird, dass sie übernatürlicher Natur sein könnten.

Gläubige können zum Gebet nach Garabandal pilgern

Dazu erläuterte der Präfekt des Glaubensdikasteriums: „Das non constat, das in früheren Zeiten beschlossen wurde, könnte nun in den neuen Normen unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Es könnte ein vollständiges Verbot bedeuten oder beispielsweise eine Einschränkung, die als ‚curatur‘ bezeichnet wird – was bedeutet, dass die öffentliche Verehrung nicht gestattet ist.“

Kardinal Fernández verwies auf die im Mai 2024 veröffentlichten neuen Normen zur Untersuchung angeblich übernatürlicher Phänomene. Darin wird festgelegt, dass die Erklärung der Übernatürlichkeit eine Ausnahme darstellt und dem Papst vorbehalten ist. Der Vatikan hat bereits an neun Orten die Verehrung der Muttergottes erlaubt, ohne jedoch zu bestätigen, dass die Botschaften tatsächlich himmlischen Ursprungs sind. In Bezug auf Garabandal stellte Fernández klar, dass „nichts erlaubt ist, was eine direkte Verbindung zu den Botschaften und Erscheinungen herstellt, jedoch eine private Verehrung möglich ist“.

Er fügte hinzu: „Ich glaube, Garabandal könnte heute unter das ‚curatur‘ fallen, da es akzeptiert wird, dass Gläubige zum Gebet dorthin pilgern und anschließend in einer örtlichen Pfarrei die Messe besuchen.“ In solchen Fällen könnten die Bischöfe „die Situation vor Ort prüfen und gegebenenfalls genauer regeln. Dies wird in einigen Ländern bereits so gehandhabt.“

Mädchen berichten in den frühen 1960ern von Marienerscheinungen

In den frühen 1960er Jahren wurde das kleine Dorf San Sebastián de Garabandal in der nordspanischen Region Kantabrien Schauplatz außergewöhnlicher Ereignisse. Vier junge Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren berichteten, wiederholt Erscheinungen der Jungfrau Maria und des Erzengels Michael erlebt zu haben. Diese angeblichen Marienerscheinungen zogen über Jahre hinweg die Aufmerksamkeit der katholischen Kirche und zahlreicher Pilger aus aller Welt auf sich. Doch bis heute bleibt die Frage der Übernatürlichkeit dieser Visionen ungeklärt. 

Anfangs reagierte die kirchliche Hierarchie mit Skepsis. Bereits 1961 erklärte die Diözese Santander, dass „keine Beweise“ für die Echtheit der Ereignisse vorlägen. Mehrere aufeinanderfolgende Bischöfe von Santander teilten diese Einschätzung und betonten, dass keine Anzeichen für eine Übernatürlichkeit erkennbar seien. Sogar strenge Maßnahmen wurden ergriffen, die Priestern die Teilnahme an den Geschehnissen untersagten und Publikationen über Garabandal ohne kirchliche Druckerlaubnis verboten.

In den späten 1980er Jahren änderte sich jedoch die Haltung der Kirche, als Bischof Juan Antonio del Val von Santander eine erneute Untersuchung des Falles Garabandal einleitete. Die früheren Verbote und Einschränkungen wurden aufgehoben. Dennoch bestätigte Kardinal Joseph Ratzinger 1992 erneut das „Non Constat“, was die Frage der Übernatürlichkeit weiterhin offenließ.

Ein unterstützendes Argument für Garabandal könnte allerdings sein, dass Papst Franziskus zwei Frauen, die stets für die Echtheit der Erscheinungen eingetreten sind, zu Dienerinnen Gottes erhoben hat: Marthe Robin und Mutter Esperanza de Jesus.

Anziehungspunkt für viele Gläubige

Trotz der anhaltenden kirchlichen Zurückhaltung bleibt Garabandal ein Anziehungspunkt für viele Gläubige. Jedes Jahr pilgern Menschen aus aller Welt, vor allem aus den USA und Kanada, nach Garabandal, um an diesem Ort zu beten und spirituelle Erneuerung zu suchen. Für viele ist der Ort ein Symbol göttlicher Offenbarung und ein Aufruf zur persönlichen Umkehr. Ein zentraler Aspekt der Botschaften von Garabandal war die Warnung vor moralischem und spirituellem Verfall innerhalb der Kirche. Die Mädchen berichteten, die Jungfrau Maria habe ihnen gesagt, dass viele Kardinäle, Bischöfe und Priester „auf dem Weg ins Verderben“ seien und zahlreiche Seelen mit sich ziehen würden. Diese prophetische Botschaft sorgte besonders im konservativen Spanien der 1960er Jahre für Aufsehen und verstörte viele Geistliche.

Die Ordensschwestern der Stiftung „Hogar de la Madre“ haben Pläne für den Bau einer Einsiedelei zu Ehren der Muttergottes in der Nähe von Garabandal. Diese Kapelle soll für private religiöse Zwecke genutzt werden, eine öffentliche Verehrung wäre nur mit Genehmigung des Diözesanbischofs erlaubt.

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt ungewiss, ob Garabandal jemals offiziell als heiliger Ort anerkannt wird. Die neuen vatikanischen Normen bieten Möglichkeiten, Erscheinungen in Zukunft zu klären, doch es ist unwahrscheinlich, dass die Kirche den Fall Garabandal erneut von Grund auf bewerten wird. Ob Garabandal tatsächlich ein Ort übernatürlicher Erscheinungen ist, bleibt somit ungewiss. Unabhängig von einer offiziellen Anerkennung bleibt Garabandal jedoch ein Ort des Gebets und der Hoffnung für viele Gläubige weltweit. 

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