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Rom bestätigt Ausschluss von AfD-Abgeordnetem

Vatikan weist den Einspruch des saarländischen AfD-Politikers Christoph Schaufert gegen Ausschluss aus einem kirchlichen Gremium zurück. Dieser reagiert mit Kirchenaustritt.
Christoph Schaufert
Foto: Imago/BeckerBredel | AfD-Politiker Christoph Schaufert auf einer Plenarsitzung des Saarländischen Landtags. Gegen einen Ausschluss aus einem kirchlichen Gremium hat sich der Abgeordnete an den Vatikan gewandt.

Der Vatikan hat am Montag die Entlassung des saarländischen AfD-Landtagsabgeordneten Christoph Schaufert aus dem Kirchenverwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marien in Neunkirchen bestätigt. Dies berichtet die „Katholische Nachrichten-Agentur“ (KNA). 

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Der Einspruch Schauferts gegen den im Jahr 2024 gegen ihn ausgesprochenen Ausschluss wurde von der zuständigen vatikanischen Behörde zurückgewiesen. Dies teilte das Bistum Trier am Montag auf Anfrage der KNA mit. Nach Angaben des Bistums handelt es sich um die erste Entscheidung dieser Art in Deutschland.

Schaufert erklärte laut Medienberichten, er sei infolge der Entscheidung aus der katholischen Kirche ausgetreten. Er wirft der Kirche vor, ihn allein „aufgrund von Gruppenzugehörigkeit“ aus dem Kirchenverwaltungsrat ausgeschlossen zu haben. Trotz des Kirchenaustritts verstehe er sich weiterhin als Katholik.

Gemeinde bat um Entlassung

Der AfD-Politiker war im April 2024 als Mitglied des Verwaltungsrates der Pfarrgemeinde Sankt Marien in Neunkirchen entlassen worden, nachdem die Gemeinde die Bistumsverwaltung darum gebeten hatte. 

Zudem wurde ihm untersagt, für den Verwaltungsrat oder den Kirchengemeinderat einer anderen Gemeinde des Bistums zu kandidieren. Eine erste Klage gegen den Ausschluss wies der Trierer Bischof Stephan Ackermann zurück. Daraufhin wandte sich Schaufert an den Vatikan.

Zur Begründung hatte das Bistum Trier auf die Erklärung der katholischen deutschen Bischöfe „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ verwiesen. In einem Schreiben an Schaufert betonte Ackermann, dieser sei aufgrund seiner politischen Funktionen mehr als nur einfaches Mitglied der AfD

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Wörtlich heißt es in dem Brief: „Sie repräsentieren diese Partei nach außen und werden daher mit den in der Öffentlichkeit propagierten Meinungen dieser Partei identifiziert.“ DT/jna

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