Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Brief an Glaubenspräfekten

Deutschsprachige Theologen bitten Fernández um mehr Transparenz

Arbeitsgemeinschaft Dogmatik und Fundamentaltheologie wünscht sich in Brief an Glaubenspräfekten wechselseitige „kirchliche Kultur des Vertrauens“.
Gebäude der Glaubenskongregation in Rom.
Foto: Cristian Gennari (imago stock&people) | Gebäude der Glaubenskongregation in Rom. Ihr neuer Präfekt ist der argentinische Erzbischof Victor Manuel Fernández.

Die Arbeitsgemeinschaft Dogmatik und Fundamentaltheologie hat den neuen Präfekten der Glaubensdikasteriums, Erzbischof Victor Manuel Fernándenz, um mehr Vertrauen zwischen der wissenschaftlichen Theologie und dem Vatikan gebeten. Das geht aus einem offenen Brief hervor, der auf der Website der „Herder Korrespondenz“ erschienen ist. Unterzeichnet haben ihn die Theologen Gregor Maria Hoff und Julia Knop. Die Verfasser werben außerdem um mehr Transparenz und schnellere Abläufe bei den Nihil-obstat-Verfahren.

Disziplinarische Eingriffe behindern intellektuelle Freiheit

Das Proomium von Veritatis Gaudium hätte, so die Theologen, die Türen weit geöffnet um Theologie als einen offenen Diskurs „in kirchlicher Verantwortung“ zu entwickeln. „Nur so findet katholische Theologie in unseren Wissensgesellschaften den Respekt und die Resonanz, die sie für ihre Antwort braucht.“ Das setze intellektuelle Freiheit voraus, was sich nicht mit disziplinarischen Eingriffen vertrage. „Wir sind überzeugt, dass dies unsere Kirche in ihrem synodalen Aufbruch stärkt“, so die Verfasser. Auch könne es das Kooperationsverhältnis von Kirche und Staat stabilisieren, das für die Theologen im deutschsprachigen Raum wichtig sei.

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Papst Franziskus habe, so die Theologen, in seinem Schreiben zur Ernennung von Fernández den Blick auf eine Zukunft gerichtet, die von vielfältigen Krisen bestimmt sei und die Theologie vor „große, kaum absehbare Herausforderungen“ stelle. Fernández habe selbst davon gesprochen, dass er das Dikasterium am Beginn einer „neuen Etappe“ sehe, was die Verfasser des Briefes mit Zuversicht erfülle. „Wir setzen auf theologische Gesprächsbereitschaft wie -fähigkeit in den wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Kontexten, in denen es gilt, den christlichen Glauben in seinen globalen Zusammenhängen zu verantworten und aktiv einzubringen.“ Mit Papst Franziskus seien die Verfasser der Meinung, dass die Kirche es nötig habe, in der Interpretation des geoffenbarten Wortes und im Verständnis der Wahrheit zu wachsen. Das setze Dialogbereitschaft voraus, fordere aber auch „kirchliche Spielräume“. DT/sdu

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