Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung DBK-Herbstvollversammlung

Debatte um Segensfeiern: Bätzing wehrt sich gegen Kritiker

Seine Aussage zu Segensfeiern für Paare, die nicht kirchlich heiraten können, sei verkürzt wiedergegeben worden, meint der DBK-Vorsitzende – und wendet sich gegen die Behauptung, die deutschen Bischöfe seien ungehorsam gegenüber Rom.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing
Foto: IMAGO/Tim Wegner (www.imago-images.de) | In der Abschlusspressekonferenz zur DBK-Vollversammlung klagte Bischof Bätzing, gerade in Italien sei seine Aussage verkürzt wiedergegeben worden.

Der Vorsitzende der deutschen Bischöfe, Georg Bätzing, fühlt sich wieder einmal missverstanden. Mit Blick auf die Handreichung für Segensfeiern für Paare, die nicht kirchlich heiraten können, hatte er mit dem Hinweis, trotz der kritischen Äußerungen des Papstes daran festhalten zu wollen, am Montag zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine Debatte ausgelöst.

Lesen Sie auch:

In der Abschlusspressekonferenz klagte der Bischof nun, gerade in Italien sei seine Aussage verkürzt wiedergegeben worden. Er wende sich „in aller Klarheit gegen die Unterstellung, wir würden in Deutschland bischöflichen Ungehorsam gegenüber Rom praktizieren oder uns auf einen Konfrontationskurs zu Rom begeben“.

Bätzing verweist auf Rücksprache mit Glaubensdikasterium

Der Papst habe in seinem Interview deutlich gemacht, dass das Dokument „Fiducia supplicans“ von Papst Franziskus, das auf die Seelsorge gleichgeschlechtlicher Paare eingeht, nicht zurückgenommen werde. Bei der in Deutschland erstellten Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ handele es sich um „eine in Rücksprache mit dem römischen Dikasterium für die Glaubenslehre erstellte pastorale Konkretisierung“ von „Fiducia supplicans“ mit Blick auf die Situation in Deutschland.

Die Frage, ob sich die Handreichung für die Weltkirche eigne, verneinte Bätzing. Die Kritik, die der Papst im Interview gegen Segensrituale in Nordeuropa geäußert habe, richte sich gegen die Veröffentlichung liturgischer Formulare für formelle Segensrituale. „Genau dies haben die deutschen Bischöfe bewusst nicht getan“. Die Handreichung gebe Hinweise für die pastorale Praxis, in der die Bekräftigung des Papstes gelte, dass alle Menschen gesegnet werden könnten.

Im Hinblick auf die Rücksprachen mit dem Dikasterium für die Glaubenslehre erklärte der Vorsitzende, diese seien transparent gemacht worden. Nachfragen hierzu lehnte sein Pressesprecher ab.  DT/reg

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischöfe Georg Bätzing Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Unermüdlich warb der Apostolische Nuntius Nikola Eterović für die Einheit mit der Weltkirche. Eine undankbare Aufgabe im synodalen Deutschland, die nun ihr Ende hat.
24.04.2026, 14 Uhr
Franziska Harter
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp beklagt fehlende Antworten Roms auf Schreiben des Synodalen Weges. Tatsächlich hat der Vatikan mehrfach reagiert.
02.02.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Die Initiative Neuer Anfang ruft Katholiken dazu auf, dem Papst zu schreiben. Der Gründer der Initiative, Bernhard Meuser, erklärt die Beweggründe.
10.12.2025, 08 Uhr
Redaktion

Kirche

Die Priestergemeinschaft Sankt Martin feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen. In Deutschland wirken die Patres in Neviges. Ein Gespräch mit Wallfahrtsrektor Abbé Thomas Diradourian.
17.05.2026, 07 Uhr
Regina Einig
Das neue Vatikanpapier zum Papstamt belebt die ökumenische Debatte. Doch beim Katholikentag wurde deutlich: Der Weg zu einer gemeinsamen christlichen Stimme bleibt weit.
16.05.2026, 16 Uhr
Heinrich Wullhorst
Ralph Brinkhaus fordert mehr Gottesbezug, Kardinal Marx hält sich lieber an die Vernunft. Doch wie jenseitig dürfen politische Ratschläge der Kirche dann noch sein?
16.05.2026, 13 Uhr
Jakob Ranke
Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer verweist auf „Dynamiken“ bei der Prüfung der Satzung in den römischen Dikasterien.
16.05.2026, 12 Uhr
Meldung
Nikola Eterović ist Ende April als Nuntius ausgeschieden. Er hat sich auch grundsätzlich mit den Möglichkeiten der päpstlichen Diplomatie auseinandergesetzt.
16.05.2026, 19 Uhr
Michael Feldkamp