Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Missbrauchsbericht

Bode verteidigt Entscheidung, im Amt zu bleiben

Er wolle die positive Lernkurve der letzten Jahre weiterführen, so der Osnabrücker Bischof. Ein Rücktritt wäre zwar ein „starkes Signal“ gewesen – aber „nur für kurze Zeit“.
Bischof Bode zu sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück
Foto: Friso Gentsch (dpa) | Bischof Bode betonte, er wolle seine Aufgaben beim Synodalen Weg, dessen Vizepräsident er ist, weiterführen und den Prozess nicht unterbrechen. „Dort hat es ja auch mit der Aufarbeitung zu tun.“

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat seine Entscheidung verteidigt, nach der Veröffentlichung eines Zwischenberichts zur Missbrauchsaufarbeitung in seinem Bistum nicht zurücktreten zu wollen. Im Gespräch mit dem Internetportal „domradio.de“ erklärte er am Donnerstag: „Ich bin drei Jahre noch hier im Amt, sodass ich meinte, dass ich die Verantwortung für die Betroffenen besser wahrnehmen kann, als wenn jetzt eine Sedisvakanz kommt und das über ein Jahr alles unterbrochen wird und das Ganze irritiert wird.“

Prozess "mit aller Gewalt" vorantreiben

Der am Dienstag vorgestellte Bericht hatte Bode Versäumnisse und Pflichtverletzungen im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs in seinem Bistum attestiert. Unter anderem soll er „mehrfach Beschuldigte, auch solche, an deren Gefährlichkeit kaum Zweifel bestehen konnte, in ihren Ämtern belassen“ haben, wie es in dem Bericht heißt.

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Gegenüber dem „Domdradio“ wies der Osnabrücker Bischof nun darauf hin, die „positive Lernkurve“, die in den letzten Jahren beschrieben worden sei, weiterführen und mit einer Neustrukturierung „den Prozess mit aller Gewalt vorantreiben“ zu wollen. „Ich sehe das als die Aufgabe meiner letzten Jahre“, so Bode wörtlich. Zudem wolle er seine Aufgaben beim Synodalen Weg, dessen Vizepräsident er ist, weiterführen und den Prozess nicht unterbrechen. „Dort hat es ja auch mit der Aufarbeitung zu tun.“

Bode: Signal ist schnell gesetzt

Auf die Frage, ob es nicht gerade ein starkes Signal in die Öffentlichkeit und in die katholische Kirche hinein gewesen wäre, wenn Bode als langjähriger Bischof in Osnabrück sowie stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gesagt hätte: „Ich habe persönliche Fehler gemacht, aber ich verantworte das jetzt und ich trete mit sofortiger Wirkung zurück“, erklärte er: „Ohne Zweifel wäre es ein starkes Signal gewesen. Aber auch nur für eine kurze Zeit.“

Seiner Ansicht nach gehe er jetzt „den wirksameren Weg, weil so ein Signal schnell gesetzt ist“. Zwar hätte ein Rücktrittsgesuch „sicherlich ein Zeichen“ gesetzt. Jedoch habe man „wirklich gut überlegt, ob es nicht doch wirksamer ist, wenn wir jetzt die Schritte konsequent weitergehen, ob das nicht am Ende mehr bringt, als ,nur‘ so ein Zeichen zu setzen“.

Die Frage, ob man dem Papst in einer derartigen Situation seinen Rücktritt anbieten solle oder nicht, nannte Bode grundsätzlich „sehr schwierig“. Zumal Franziskus „im Moment bei einem nicht angenommen hat. Wie wird das dann? Es stehen noch Dinge offen“. Daher wisse er nicht, so Bode, „ob das wirklich der glückliche Weg ist“. Die Entscheidung obliege jedoch jedem „höchstpersönlich“.  DT/mlu

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