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Barbarin-Rücktritt: Franziskus verteidigt Entscheidung

Zu der Entscheidung, den Rücktritt des französischen Kardinals Philippe Barbarin nicht angenommen zu haben, steht Papst Franziskus. Er berief sich auf die Unschuldsvermutung, ehe ein Urteil in letzter Instanz gefallen ist.
Papst Franziskus zum Fall Barbarin
Foto: Alberto Pizzoli (AFP pool) | Widersetzt sich einer „oberflächlichen medialen Verurteilung“ des französischen Kardinals Philippe Barbarin: Papst Franziskus, hier auf dem Rückflug von seiner Reise nach Marokko.

Papst Franziskus hat seine Entscheidung verteidigt, den Rücktritt des französischen Kardinals Philippe Barbarin nicht angenommen zu haben. Auf dem Rückflug von seiner Reise nach Marokko am vergangenen Wochenende bezog er sich auf die allgemein gültige Regel der Unschuldsvermutung. Diese gelte, solange der Erzbischof von Lyon noch nicht in letzter Instanz schuldig gesprochen sei.

Franziskus kann Rücktritt aus moralischen Gründen nicht annehmen

„Kardinal Barbarin, ein Kirchenmann, hat seinen Rücktritt eingereicht. Aus moralischen Gründen kann ich diesen nicht annehmen, da juristisch gesehen, in der klassischen Rechtsprechung überall auf der Welt, die Unschuldsvermutung gilt, solange der Fall offen ist“, antwortete der Papst auf die Frage eines französischen Journalisten.

Sobald in zweiter Instanz über den Fall entschieden sei, werde man jedoch sehen, was passiert, so Franziskus weiter. Einer „oberflächlichen medialen Verurteilung“ widersetze er sich allerdings. Es sei gut möglich, dass Barbarin nicht unschuldig sei, dennoch müsse man annehmen dass er es ist, ergänzte das Katholikenoberhaupt.

Barbarin zieht sich "für eine gewisse Zeit" zurück

Kardinal Barbarin war am 7. März wegen der Nicht-Anzeige sexueller Vergehen an Minderjährigen durch einen französischen Priester sowie unterlassener Hilfeleistung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Unmittelbar nach dem Urteilsspruch kündigte er an, bei Papst Franziskus seinen Rücktritt als Erzbischof einreichen zu wollen.

Franziskus nahm den Rücktritt des Kardinals jedoch nicht an. In einer Erklärung des Erzbistums Lyon hieß es bereits, der Papst habe seine Entscheidung mit der Unschuldsvermutung begründet. Vatikan-Sprecher Allessandro Gisotti hatte erklärt, Franziskus überlasse es Barbarin selbst, angesichts der schwierigen Situation, in der sich das Erzbistum Lyon befinde, ein angemessene Entscheidung zu treffen. Barbarin, der Primas von Gallien, kündigte daraufhin an, sich „für eine gewisse Zeit“ zurückzuziehen und seinem Generalvikar Yves Baumgarten die Leitung des Erzbistums zu übergeben.

DT/mlu

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Maximilian Lutz Kardinäle Papst Franziskus Philippe Barbarin

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