Wien

Dogmatikerin Schlosser betont bleibende Verbundenheit mit Christus in Eucharistie

Die Vereinigung mit Christus in der Eucharistie ist bleibende personale Begegnung, schreibt die Theologin Marianne Schlosser in einem Beitrag für die Tagespost.
Eucharistiefeier
Foto: Rabatti-Domingie Firenze (Advancing Women Artists) | Zu kommunizieren bedeute Schlosser zufolge nicht nur, mit Christus vereinigt zu werden, „sondern auch mit all denen, die zu seinem ,mystischen Leib‘ gehören“.

Die Wiener Dogmatikerin Marianne Schlosser hebt in einem Beitrag für die Beilage „welt&kirche“ in der kommenden Ausgabe der Tagespost die personale Begegnung mit Christus in der Eucharistiefeier hervor. Die Vereinigung mit Christus in der Eucharistie vollziehe sich nicht einfach punktuell, „sondern als Begegnung, die auf bleibende Verbundenheit zielt, wie auch jede wirklich personale Begegnung danach verlangt, im Inneren der Person weiterzuleben“, schreibt Schlosser.

Eucharistischer Glaube und Evangelisierung

Große Persönlichkeiten der katholischen Reform im 16. Jahrhundert hätten der Vertiefung des eucharistischen Glaubens größtes Gewicht für eine neue Evangelisierung beigemessen, betont Schlosser – etwa die Kirchenlehrer Laurentius von Brindisi und Juan de Ávila oder auch die frühen Jesuiten. Zwar komme das Sakrament unabhängig vom Glauben oder der Glaubenskraft des Einzelnen zustande, jedoch werde der fruchtbare Empfang durch Gleichgültigkeit oder Abstumpfung behindert. „Es braucht Zeit, um die Kommunion als persönliche Zuwendung Christi zu erfassen, Zeit auch dafür, aufzunehmen, was in jeder Eucharistiefeier geschieht“, schreibt die Universitätsprofessorin, die dem Fachbereich Theologie der Spiritualität an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien vorsteht.

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Daher, so Schlosser, umfasse eucharistische Anbetung im weiteren Sinn, als Gebet vor dem Tabernakel oder der ausgesetzten Hostie, „alle Dimensionen, welche der Eucharistiefeier selbst eigen sind: Reinigung beziehungsweise Verfeinerung des Gewissens, Lobpreis und Dank, Fürbitte, Anbetung und Vereinigung, das heißt geistliche Kommunion“.

Zu kommunizieren bedeute Schlosser zufolge nicht nur, mit Christus vereinigt zu werden, „sondern auch mit all denen, die zu seinem ,mystischen Leib‘ gehören“. Diese Gemeinschaft sei nach der Messfeier nicht zu Ende. Das Gebet sei daher in der eucharistischen Gegenwart zwar ganz persönlich, aber nicht „privat“. Ebenso werde der Empfang des Sakraments ganz persönlich vollzogen, sei aber nur möglich, weil es die Kirche gebe.  DT/mlu

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag der Wiener Dogmatikerin Marianne Schlosser in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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