Erfurt/Würzburg

Christentum zeitgemäß? Die Deutschen sind gespalten

Die Frage, ob das Christentum in unsere jetzige Zeit passt, spaltet die Deutschen, wie eine aktuelle Tagespost-Umfrage ergibt. Insbesondere freikirchliche Befragte positionieren sich eindeutig.
Zukunft des Christentums
Foto: Nicolas Armer (dpa) | Von den katholischen Befragten sind 49 Prozent der Ansicht, dass das Christentum in unsere jetzige Zeit passt.

Die Deutschen sind gespalten in der Frage, ob das Christentum in unsere jetzige Zeit passt. Während 34 Prozent dies so sehen, sind gleichzeitig auch 34 Prozent gegenteiliger Ansicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. 21 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen.

Je älter, desto höher die Zustimmung

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Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Das Christentum passt in unsere jetzige Zeit.“ Mit dem Alter steigt die Zustimmung zu dieser Ansicht von 26 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen auf bis zu 42 Prozent bei den über 60-Jährigen. Bei den 18-49-Jährigen überwiegt der Anteil derjenigen, die der Aussage nicht zustimmen. Bei den über 50-Jährigen ist dies umgekehrt. Während man im Westen zu 36 Prozent findet, dass das Christentum in unsere jetzige Zeit passt (und zu 32 Prozent nicht), ist man im Osten seltener dieser Meinung (28 Prozent Zustimmung; 40 Prozent Ablehnung).

Von den katholischen Befragten sind 49 Prozent der Ansicht, dass das Christentum in unsere jetzige Zeit passt. 26 Prozent sind gegenteiliger Auffassung. Unter den Protestanten sind sogar 54 Prozent der Meinung, das Christentum passt in unsere jetzige Zeit; 17 Prozent geben das Gegenteil an. Freikirchliche Befragte sind mit einer deutlichen absoluten Mehrheit von 65 Prozent der Ansicht, das Christentum passt in unsere heutige Zeit, während 18 Prozent von ihnen gegenteiliger Ansicht sind.

Union-Wähler stimmen zu 50 Prozent zu

Die Erhebung, für die 2.082 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 18. und dem 21. Juni befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Union-Wähler sind die einzigen, die der Aussage mit 50 Prozent absolut-mehrheitlich zustimmen. Dagegen lehnen 24  Prozent die Aussage ab. Darauf folgen AfD-Anhänger mit 45 Prozent Zustimmung, Wähler der SPD mit 43 Prozent und FDP-Wähler mit 41 Prozent. Bei den Anhängern all dieser drei Parteien stimmt eine relative Mehrheit der Aussage zu. Linke- und Grünen-Wähler lehnen sie mehrheitlich ab (44 respektive 50 Prozent).  DT/mlu

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