Kommentar um „5 vor 12“

Synodaler Weg entfernt sich von der Wirklichkeit Kirche

Katholisch ist der Synodale Weg nicht mehr. Auch der Abbruch der Vollversammlung sollte den Verantwortlichen für den Synodalen Weg zu denken geben. So kann es nicht weiter gehen.
Zweite Versammlung des Synodalen Weges
Foto: Arne Dedert (dpa) | Die Abstimmung mit den Füßen muss den Verantwortlichen zu denken geben. Im Bild: Thomas Sternberg und Georg Bätzing als gleichberechtigte Präsidenten des Synodalen Weges.

Der Wirklichkeit der Kirche hat man in der Tat den Rücken gekehrt, wenn eines der sieben Sakramente quasi komplett in Frage gestellt wird. Mit dem angenommenen Antrag, die Notwendigkeit von Priestern in der Kirche zu überprüfen, hat der Synodale Weg nun sogar den Orbit um Kirche die verlassen und ist unkontrolliert in den freien Raum reinen Selbstbezogenheit entglitten. Vielleicht gibt es den Synodalen zu denken, wenn selbst freundlich gesinnte Köpfe den Daumen senken und nur noch die Spitzenfunktionäre das Narrativ der tollen Arbeitsatmosphäre aufrecht erhalten.  

Zwei Tage Stress pur

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Die Synodalen mussten über zwei Tage mit einer derart hohen Frequenz abstimmen, dass so mancher den Überblick verlor, worüber gerade abgestimmt wird. Ob der Auftrag, die Notwendigkeit von Priestern in der Kirche zu überprüfen, mit etwas mehr Bedenkzeit so durchgewunken worden wäre, darf bezweifelt werden. Die hohe Abstimmungsfrequenz, die Masse an zum Teil schlicht unlesbaren Texten und der mit Redezeiten von einer Minute aufkommende Stress haben einen großen Teil der Synodalen am zweiten Tag zu einer Abstimmung der ganz eigenen Art verleitet. Man stimmte mit den Füßen ab und verließ die Versammlung. Der Exodus begann bereits am Samstagvormittag. Einen kurzen authentischen Moment lang zeigte Präsident Bischof Georg Bätzing seine Wut darüber und sagte, so könne man nicht arbeiten. Denn das Ergebnis der Abstimmung mit den Füßen war eine nicht mehr beschlussfähige Versammlung und damit der Abbruch der Versammlung.   

Kein "Weiter so"

Vielleicht war damit die wichtigste Abstimmung der zweiten Vollversammlung des Synodalen Weges erfolgt. Ein „Weiter-so“ kann es nach diesem Signal nicht mehr geben und vielleicht beschäftigen sich nicht nur die Synodalen, sondern auch das Präsidium jetzt mal etwas intensiver mit dem Brief des Heiligen Vaters „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“. Im Gegensatz zu den deprimierenden Papierwüsten der Synodalforen wirkt dieser nämlich zuweilen sogar recht erfrischend.   

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen umfassenden Bericht über die zweite Vollversammlung des synodalen Weges.

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