Köln

Kardinal Kasper: Nicht zu sehr auf Frauendiakonat fixieren

In Deutschland sei die Debatte um eine Priesterweihe von Frauen stärker ausgeprägt als in anderen Ländern, meint der emeritierte Kurienkardinal, und ergänzt: „Ohne Frauen wäre die Pfarrei morgen tot.“

Kurienkardinal Walter Kasper zum Frauendiakonat
Für Kardinal Kasper hängt die Zukunft in Deutschland, aber auch die Zukunft der Kirche insgesamt entscheidend von der „Bereitschaft zuzuhören, zu lernen und miteinander zu kooperieren“ ab

Ohne Frauen wäre die Pfarrei morgen tot: Diese Ansicht vertritt der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper. „Dass Frauen in der Kirche eine Rolle spielen, ist klar“, meinte Kasper im Gespräch mit dem Kölner Domradio. Jedoch sollte man sich nicht allzu sehr auf diese Frage konzentrieren und fixieren. In Deutschland sei die Debatte um eine Priesterweihe von Frauen besonders stark ausgeprägt. Dies sei nach Ländern sehr unterschiedlich.

Kasper: Still geworden um Frauendiakonat

„Die Frauen sind ja weitgehend diakonisch tätig. Das soll auch kirchlich anerkannt werden“, erklärte Kardinal Kasper weiter. Ob es die Diakonen-Weihe sein werde, könne er nicht voraussagen. „Darum ist es etwa still geworden.“ Kasper äußerte sich anlässlich des 100. Bestehens der katholischen Jugendbewegung „Bund Neudeutschland“ (ND).

Im Gespräch mit dem Domradio ging Kasper auch auf die anstehende Europawahl und eine Radikalisierung in der Gesellschaft ein. Diese nimmt der 86-Jährige heute als „ein großes Problem“ wahr. „Gerade hier braucht man junge Menschen, die ihre Identität und Überzeugung haben – aber eine offene Identität.“

Kasper fordert Bereitschaft zum Zuhören und zur Kooperation

Für Kardinal Kasper hängt die Zukunft in Deutschland, aber auch die Zukunft der Kirche insgesamt entscheidend von der „Bereitschaft zuzuhören, zu lernen und miteinander zu kooperieren“ ab. Nur so könne man in der Gesellschaft zu einem „vernünftigen, gegenseitigen Miteinander“ kommen - mit unterschiedlichen Positionen wie auch mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.