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Kardinal Kasper will keine Debatte über Zölibat und Sexualmoral

Gefragt sei eine geistliche Erneuerung, so der deutsche Kurienkardinal. Man könne Priester nicht anwerben wie Mitarbeiter in der Industrie. Stattdessen müsse man Glaubensfreude entfachen und das Evangelium verkünden.
Kardinal Kasper gegen Neuausrichtung der Kirche
Foto: Patrick Seeger (dpa) | „Zu meinen, man könnte mit den Reformen anfangen, der Rest komme dann schon – das geht schief", so Kurienkardinal Walter Kasper.

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat sich dagegen ausgesprochen, die Debatte über den Zölibat und die Sexualmoral der Kirche im Zuge der Missbrauchskrise neu aufzurollen. „Alle diese hinlänglich bekannten Streitfragen noch einmal aufzuwerfen, Zölibat, Sexualmoral und so weiter, bringt nichts“, so Kasper in einem Interview mit der Zeitschrift „Herder Korrespondenz“.

Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen lassen

In Deutschland sei vor allem eine geistliche Erneuerung gefordert, die in die Tiefe gehe. „Zu meinen, man könnte mit den Reformen anfangen, der Rest komme dann schon – das geht schief.“ Der erste Schritt müsse vielmehr sein, Glaubensfreude zu entfachen, das Evangelium zu verkünden und zu leben sowie Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen zu lassen. Man könne Priester nicht anwerben wie Mitarbeiter in der Industrie, so der 85-Jährige.

In Einzelfällen auf sogenannte „Viri probati“ zurückzugreifen, schließt Kardinal Kasper in Deutschland nicht aus und beruft sich auf Papst Franziskus, der ein Nachdenken darüber ebenfalls angeregt habe. Davor sei jedoch zu klären, nach welchen Kriterien man solche Viri probati auswählen sollte: „Welche theologische Ausbildung sollen sie haben? Wie sollen sie eingesetzt werden, ehrenamtlich oder hauptamtlich? Kann man sie notfalls versetzen, oder bleiben sie da, wo sie schon ihr Haus und ihre Familie haben?“

Menschen helfen, den Sinn des Lebens zu finden

Kasper forderte zudem, die seelsorgliche Begleitung von Eltern oder die Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung viel stärker in den Blick zu nehmen. „Wir müssen den Menschen helfen, den Sinn des Lebens zu finden. Von Christus her!“, so der Kardinal.

DT/mlu

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