Köln

Kölner Weihbischöfe: Darf kein „Weiter so“ geben

Nach der Entscheidung des Papstes, ihren Rücktritt nicht anzunehmen, zeigen sich die Kölner Weihbischöfe Puff und Schwaderlapp dankbar und selbstkritisch.
Papst lehnt Amtsverzicht von Schwaderlapp und Puff ab
Foto: Arne Dedert (dpa) | „Ich bin dem Heiligen Vater für sein Vertrauen und sein Urteil sehr dankbar", so Schwaderlapp.

Die Kölner Weihbischöfe Dominik Schwaderlapp und Ansgar Puff haben sich nach der Entscheidung des Papstes, ihr Rücktrittsangebot nicht anzunehmen, dankbar gezeigt und zugleich eigene Fehler eingeräumt. In einer Stellungnahme, die das Erzbistum Köln auf seiner Website veröffentlichte, erklärte Schwaderlapp: „Ich bin dem Heiligen Vater für sein Vertrauen und sein Urteil sehr dankbar.“ Dankbar sei er auch dafür, dass für das Erzbistum Köln eine „Zeit der Ungewissheit endet und Raum geschaffen wird für einen Weg zu einer vertieften Einheit und Versöhnung“.

Puff: Habe mich innerlich verändert

Die vergangenen Monate hätten für ihn einen „tiefen Einschnitt“ in sein Leben bedeutet. Ihm sei klar geworden: „Ein einfaches ,Weiter wie bisher‘ kann es nicht geben.“ Vor diesem Hintergrund sei der Wunsch in ihm gewachsen, für eine Zeit in einer Diözese im Ausland als einfacher Priester mitzuwirken. Er sei dankbar, dass Franziskus seinen Wunsch befürwortet habe, in der kenianischen Erzdiözese Mombasa als einfacher Priester mitzuwirken.

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Auch Weihbischof Puff äußerte in einer Stellungnahme, die das Kölner Erzbistum verbreitete, die Entscheidung des Papstes bedeute für ihn kein „Weiter so“. Die letzten Monate, in denen er in einem Altenzentrum und in der Obdachlosenseelsorge gearbeitet habe, „haben mich innerlich verändert“. Und er räumt ein: „Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe und mache und bitte dafür um Vergebung.“ Bei manchen Menschen hätte er durch seine Pflichtverletzung Vertrauen zerstört. In Zukunft wolle er so arbeiten und leben, „dass Menschen mir wieder Vertrauen schenken können“. 

Einen Teil seines Gehalts spende er an einen Fonds, der Betroffene sexueller Gewalt unterstützt. Zudem sei er zu persönlichen Gesprächen mit Gruppen, Verbänden, Gemeinschaften und Pfarreien bereit, in denen er um neues Vertrauen bitten wolle.  DT/mlu

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